Spareinlagen in EU besser geschützt

Von: Oliver Mest, ddp
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Wenn die Bank pleite geht, erhält der Kunde jetzt eine höhere Entschädigung. Foto: ddp

Hamburg. Seit Juli sind die Spareinlagen der Anleger in allen EU-Ländern stärker gesichert. Für den Fall des Konkurses einer Bank wurde die gesetzliche Entschädigungshöhe von 20.000 auf 50.000 Euro heraufgesetzt.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt dabei die privaten Spar- und Sichteinlagen bei den Banken, falls diese durch einen Konkurs nicht mehr in der Lage wären, die Anlagegelder auszuzahlen.

Dies gilt für Anlagen in Form von Guthaben auf Spar-, Giro- und Termingeldkonten, also Sparbücher, Sparbriefe beziehungsweise auch Tages- und Festgeldkonten. Die nun angesetzte Höhe von 50 000 Euro bei der gesetzlichen Einlagensicherung soll 2011 sogar auf den Betrag von 100.000 Euro angehoben werden.

Zusätzlich entfällt die Regelung, nach der Anleger im Fall einer auszahlungsunfähigen Bank auf zehn Prozent ihres Geldes verzichten müssen. Die Einlagensicherung ist für alle in Deutschland zugelassenen Banken verpflichtend. Die Liste dieser Banken kann man beispielsweise auf der Homepage der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken nachlesen. Ebenfalls werden auf der Internetseite http://www.edb-banken.de die aktuellen Entschädigungsverfahren gegen die jeweiligen Banken veröffentlicht.

Als Anleger sollte man aber unbedingt beachten, dass Wertpapierhandelsunternehmen nicht unter die Einlagensicherung fallen. Diese Unternehmen haben 1998 eine eigene Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (EDW) gegründet. Allerdings wird von einigen Experten der finanzielle Spielraum der Einrichtung immer wieder kritisch hinterfragt.

Falls Anleger einen Betrag bei einer Bank angelegt haben, der die Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung übersteigt, profitieren sie eventuell von einer zusätzlichen Einlagensicherung, die verschiedene Banken auf freiwilliger Basis geschaffen haben. Zur Klärung der Frage, ob die eigene Bank an diesem Fonds beteiligt ist, kann man sich als Anleger an den Bundesverband deutscher Banken oder auch direkt an die betreffende Bank wenden.

Bei der freiwilligen Variante haften die Banken mit 30 Prozent des Eigenkapitals. Dies bedeutet, dass bereits kleinere Banken einen Betrag im Millionenbereich garantieren. Insgesamt 98 Prozent der Privatbanken beteiligen sich derzeit an der freiwilligen Einlagensicherung, die in der Vergangenheit bisher 24 insolvente Banken abgewickelt hat.

Die Gruppe der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken ist wiederum von der gesetzlichen Einlagensicherung befreit. Sie besitzen ein eigenes Sicherungssystem, das über dem Niveau der gesetzlichen Einlagensicherung angesiedelt ist. Denn hier stehen die einzelnen Institute gegenseitig füreinander ein, im Fall einer Bankenpleite sind deshalb nicht nur die Einlagen der Kunden gesichert, sondern auch der Fortbestand des Instituts.

Auf diese Weise soll verhindert werden, dass eine einzelne Sparkasse, Landesbank oder Genossenschaftsbank zusammenbricht. Stattdessen werden die Verpflichtungen von den anderen Mitgliedern aufgefangen.

Als Anleger sollte man sich durch die europäische Regelung der Einlagensicherung aber nicht zu sehr blenden lassen. Denn nicht alle Staaten in der EU sind als gleich finanzkräftig einzuschätzen. Die Entschädigungsansprüche müssen immer in dem Land geltend gemacht werden, in dem die betreffende Bank ihren Hauptsitz hat. Auf diesen Punkt sollte man achten, denn viele ausländische Banken haben nur eine Filiale oder eine Niederlassung in Deutschland.

Deshalb ist es empfehlenswert, sich zuvor zu erkundigen, ob es sich bei der jeweiligen ausländischen Bank um eine eigenständige Tochtergesellschaft mit eigener Bankzulassung handelt. Denn nur dann ist garantiert, dass die Bank auch in den freiwilligen Einlagensicherungsfonds deutscher Banken einzahlt. Das Risiko für den Anleger ist dann gleichzusetzen mit der Anlage bei einer deutschen Bank.
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