Spar-Disziplin für die Krankenversicherung

Von: Oliver Mest, ddp
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Hamburg. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist immer wieder ein Thema.

Denn gerade bei jüngeren und gutverdienenden Versicherten stehen niedrigen Beiträgen oft deutlich bessere Leistungen gegenüber als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Aber diese Beitragsersparnis sollte clever genutzt werden.

Denn bei der privaten Krankenversicherung steigen die Beiträge im Alter in aller Regel stark an. Wer dann nicht auf die gute medizinische Vollversorgung verzichten und in einem Basistarif landen will, braucht als Rentner später ein finanzielles Polster. Denn ein heute 30-Jähriger wird für den gleichen medizinischen Schutz in 35 Jahren zum Rentenbeginn etwa das Dreifache bezahlen müssen. So werden für den medizinischen Schutz statt der anfangs 320 Euro monatlich in 35 Jahren rund 960 Euro im Monat fällig. Eine immense finanzielle Belastung - und das, obwohl das Einkommen zu Rentenbeginn traditionell sinkt.

Deshalb ist es für Privatversicherte wichtig, dass sie für das Alter soviel Kapital aufbauen, dass sie entsprechend der derzeitigen durchschnittlichen Rentendauer für rund 20 Jahre etwa 60 Prozent der Krankenversicherungsbeiträge aus dem Ersparten zahlen können. Denn diese 60 Prozent werden sie ungefähr mehr zahlen müssen als gesetzlich versicherte Rentner. Und genau diese Summe müssen sie in ihrem Leben zusammensparen - am besten aus der Beitragsersparnis. Um 20 Jahre lang 60 Prozent von 960 Euro finanziell tragen zu können, ist ein Kapitalstock von rund 113.000 Euro erforderlich. Aus dem ließe sich eine Zusatzrente (nach Abgeltungssteuer und Freibetrag) von 576 Euro erzielen. Das heißt, dass in den 35 Jahren bis zur Rente die Beitragsersparnis in der privaten Krankenversicherung so hoch sein müsste, dass sich daraus ein Kapital von 113.000 Euro bilden ließe. Das entspricht einer erforderlichen Ersparnis von 118 Euro monatlich, die zu 2,5 Prozent angelegt nach 35 Jahren ziemlich genau 113.000 Euro ergeben.

Für Selbstständige dürfte eine solche Ersparnis - zumindest rechnerisch - kein Problem sein. Sie zahlen in der gesetzlichen Kasse fast 550 Euro im Monat - in der privaten Kasse aber bei einem Einstiegsalter von 30 Jahren deutlich unter 300 Euro.

Bei einem Angestellten wird es hingegen schon enger, die erforderliche Ersparnis zu erreichen. Doch es ist möglich - vor allem, wenn früh in die Private gewechselt wird. Beispielsweise zahlt ein Gutverdiener mit 275 Euro Beitrag nur die Hälfte der 550 Euro, weil die andere Hälfte der Arbeitgeber übernimmt. Wenn die private Krankenversicherung ihn nur 250 Euro kostet, von denen der Arbeitgeber ebenfalls die Hälfte übernimmt, spart er immerhin noch 150 Euro im Monat.

Beide Rechnungen zeigen, dass der Wechsel in die Private auch ein Wechsel in eine sehr disziplinierte Spar-Ordnung ist. Denn wer die Ersparnis nicht auf die hohe Kante legt, wird im Alter von hohen Prämien geradezu finanziell erschlagen.

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