Sondertilgung bei der Baufinanzierung nutzen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Baufinanzierung
Bei der Baufinanzierung lohnt sich die Sondertilgung, trotz tiefer Zinssätze. Symbolfoto: dpa

Aachen. In diesen Tag erreichen die Zinssätze für Baufinanzierungen neue Tiefstände. Nichtsdestotrotz gilt ein Grundsatz weiterhin: Die Sondertilgung darf nicht zu kurz kommen.

Das Rekordtief des Leitzinses sowie die ins Stocken geratene Konjunktur ließen die Bauzinsen auf ein neuerliches Tief purzeln. Derzeit rufen zehnjährige Baudarlehen durchschnittlich 1,93 Prozent als Sollzinsen auf den Plan - Tendenz fallend. Als großzügig erweist sich der Versicherer Huk Coburg.

Die Franken korrigierten ihren Zinssatz um mehr als drei Zehntel Prozentpunkte auf nunmehr 1,57 Prozent Sollzins. Etwa ein Zehntel weniger müssen nun Kunden von Interhyp und der Hypovereinsbank bezahlen. Bei der Hypovereinsbank zahlen Häuslebauer derzeit lediglich 1,45 Prozent, bei der Interhyp fällt eine Zinsbelastung in Höhe von 1,57 Prozent an.

Schneller schuldenfrei

Selbst wenn Baukredite ständig günstiger werden, sollte die Möglichkeit der Sondertilgung stets im Blick behalten werden. Wer beispielsweise das bevorstehende Weihnachtsgeld als Extrazahlung in seine Baufinanzierung einfließen lässt, spart sich Zinsen und ist schneller von seinen Schulden befreit. Die Sondertilgung ist jedoch innerhalb eines Kalenderjahres meist gedeckelt.

Maximal sind in der Regel bis zu fünf Prozent der Darlehenssumme denkbar, manche Kreditinstitute gewähren sogar zehn Prozent. Meist bezieht sich die Sondertilgungsoption auf ein Kalenderjahr. Finanzieren Sie eine Immobilie oder planen Sie dies zu tun, sollten Sie die Chance zur außerplanmäßigen Tilgung nutzen.

Sondertilgung lohnt sich jetzt besonders

In der aktuellen Phase, in der die Zinsen im Keller sind, lohnt sich die Sondertilgung in besonderem Maße. Denn viele ältere Kredite weisen deutlich höhere Zinssätze mit entsprechend höheren Kosten auf. Läuft die Baufinanzierung bereits seit sechs Jahren, zahlt der Kreditnehmer fünf Prozent Darlehenszins oder mehr, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Für Ihr Erspartes bekommen Sie derzeit ohnehin kaum Zinsen, besser ist es also zu tilgen. Das ist aktuell die lohnenswerte Geldanlage, betont Goris. Die Sondertilgung erfüllt gleich zwei Zwecke: Zum einen ist der Zinsgewinn höher als bei Tages- und Festgeld, zum anderen wächst der Anteil der Tilgung.

Vielen Immobilienbesitzern ist gar nicht bewusst, wie viel eine Sondertilgung bewirkt. Ein Beispiel: Sie zahlen jedes Jahr 3.000 Euro in einen Baukredit in Höhe von 200.000 Euro ein. Die Bindungsfrist beträgt 15 Jahre, der Sollzins liegt bei 3,0 Prozent und die Anfangstilgung wurde mit drei Prozent gewählt. Der Zinsvorteil summiert sich bei dieser Konstellation auf 11.000 Euro.

Die Laufzeit verkürzt sich um stolze sechs Jahre - von 23 auf 17 Jahre. In aller Regel reicht eine schriftliche Vorankündigung bei der Bank aus, dennoch machen nicht alle Bauherren von der Sondertilgung Gebrauch. Dabei kommt gerade jetzt die Zeit, in Weihnachtsgeld oder das 13. Monatsgehalt Geld auf das Konto spülen.

Sondertilgung sollte kostenlos sein

Als Bauherr sollten Sie bereits im Vorfeld darauf achten, dass für die Option der Sondertilgung kein Zinsaufschlag erhoben wird. So berechnet etwa die Allianz für außerplanmäßige Tilgungen von einem bis fünf Prozent der Kreditsumme Extrazinsen in Höhe von 0,01 bis 0,05 Prozent der Darlehenssumme.

Bei zahlreichen Baufinanzierern sind fünfprozentige Sondertilgungen ohne Mehraufwand möglich, darüber hinaus müssen Aufschläge in Kauf genommen werden. Das ist etwa bei 1822 direkt, Sparda Bank Berlin und PSD Bank Westfalen-Lippe der Fall. Für Sondertilgungen von sechs bis zehn Prozent fällt jeweils ein Zinsaufschlag von 0,1 Prozent an. Vollkommen kostenlos sind Sondertilgungen bis zehn Prozent dagegen bei Huk Coburg und Debeka.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert