Sofortrente sorgfältig auswählen

Von: Fritz Himmel
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Genug Geld vom Staat? Der Rentenbescheid der gesetzlichen Rentenversicherung ist für viele Neu-Rentner oft eine Überraschung. Foto: dpa

Aachen. Mit einer Sofortrente kann man sich per Einmalzahlung eine lebenslange Rente sichern. Bevor man den Vertrag unterschreibt, sollte man jedoch genau vergleichen.

Ein Blick auf den Rentenbescheid kurz vor dem Ruhestand weckt bei vielen den Wunsch nach einer dauerhaften Zusatzrente. Das ist auch noch im Alter möglich. Wer sich gesund fühlt und eine größere Summe zur Verfügung hat, kann per Einmalzahlung das Vorsorgemodell Sofortrente nutzen.

Während Angespartes auf dem Bankkonto stetig schmilzt, fließt bei der lebenslangen Sofortrente die Rente auch dann noch, wenn das eingezahlte Geld längst aufgebraucht ist. Ruheständler haben somit absolute Planungssicherheit.

Rentenunterschiede von über 400 Euro pro Jahr

Vor einem Vertragsabschluss ist jedoch ein Vergleich der Angebote Pflicht. Hier weist das Analysehaus Morgen & Morgen per Ende Mai 2013 deutliche Rentenunterschiede aus. Ein Modellbeispiel: Für 80.000 Euro Einmalbeitrag und bei volldynamischer Rentenauszahlung gibt es für 65-Jährige bei den besten Angeboten von Ergo Direkt, Canada Life oder Europa rund 280 Euro monatliche Garantierente plus Überschussbeteiligungen. Im Falle eines frühen Todes erhalten die Hinterbliebenen das Kapital abzüglich bereits gezahlter Renten. Wer bei einem teuren Anbieter abschließt, bekommt allein bei der garantierten Rente über 400 Euro im Jahr weniger raus. Viel Geld, wenn man es über all die Rentenjahre hochrechnet.

Dynamische oder konstante Rentenauszahlung

Als Rentenauszahlungsform favorisieren Verbraucherschützer die volldynamische Rentenvariante. Hier steigt die Rente jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz an, abhängig von den jeweils erzielten Überschüssen. Die Einstiegshöhe ist zu Beginn des Rentenbezugs geringer als beim konstanten Modell und baut sich erst durch die Dynamik auf. Der entscheidende Vorteil hier: Eine einmal erreichte Rentenhöhe kann niemals mehr sinken. Diese Form bietet dem Versicherten gleichzeitig einen gewissen Inflationsausgleich.

Bei der konstanten Rentenvariante kalkuliert der Versicherer dagegen eine gleichmäßig hoch bleibende monatliche Rente für die gesamte Vertragslaufzeit. Dieses System führt im Vergleich zu anderen Varianten zu der höchsten anfänglichen Rente, was verlockend klingt. Der Nachteil: Die immer gleiche Rente verliert durch die Inflation ständig an Wert. Und sie kann sogar sinken, wenn sich die Überschüsse verringern.

Eine Mischform aus beiden ist die teildynamische Variante. Die Starthöhe liegt bei Rentenbeginn höher als bei der volldynamischen und geringer als bei der konstanten Rente. Auch hier gibt es jährliche Steigerungen, allerdings in geringerem Maße als bei der volldynamischen Rente. Möglicher Nachtteil: Die erreichte Rentenhöhe kann auch hier wieder nach unten korrigiert werden, wenn die jährlichen Überschüsse des Versicherers nicht so hoch ausfallen wie erwartet.

Beruhigend: Die Sofortrente bleibt auch dann sicher, wenn ein Anbieter insolvent gehen würde. Dann springt die Sicherungseinrichtung Protektor der deutschen Lebensversicherer ein.

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