Sieben gute Gründe für eine Rechtsschutzversicherung

Von: vo
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Berlin. Viele Deutsche kennen sie, wenige Deutsche haben sie. Dabei wird die Bedeutung der Rechtsschutzversicherung häufig unterschätzt. Aus einem "Mir kann ja nichts passieren." mag plötzlich ein ernsthafter Streitfall entstehen, der ungeahnte Kosten für Rechtsanwälte und Gerichte mit sich bringt.

Je nach Versicherungsgegenstand übernehmen die Rechtsschutzversicherer diese Kosten. So leisteten die Versicherer nach vorläufiger Angabe des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft im 2016 ganze 2,8 Milliarden Euro an Schadensleistungen*. Um auf die Bedeutung der Versicherung aufmerksam zu machen, folgen 7 gute Gründe, die einen Privatrechtsschutz erfordern können.

1.) Absicherung vor Streitigkeiten im Straßenverkehr

Ganz gleich ob Fußgänger, Rad- oder PKW-Fahrer, alle Verkehrsteilnehmer sind dazu aufgerufen, sich vorausschauend und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehören die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit und Verkehrsregeln wie auch die Bildung einer Rettungsgasse, die Absicherung eines Unfallortes und ggf. das Leisten von Ersthilfe.

Kommt es infolge einer Unachtsamkeit bzw. Fahrlässigkeit zu einem Verkehrsunfall, ist das Geschrei groß. Vor allem dann, wenn die Unfallgegner Schadenersatzansprüche geltend machen wollen, für die es keinen 100%igen Schuldnachweis gibt. Eine Verkehrsrechtsschutz-Police schützt Verkehrsteilnehmer über die Leistung von Haftpflichtversicherungen hinaus und schützt vor hohen Verfahrenskosten.

2.) Kündigung durch den Arbeitgeber

Ein kurzer Blick in den eigenen Briefkasten und da liegt er, der "blaue" Kündigungsbrief vom Arbeitgeber. "Doch warum?", wird sich der Arbeitnehmer fragen. Gibt es bei einer Kündigung wie auch bei einer Abmahnung keinen erkennbaren und nachvollziehbaren Grund, hilft hier eine Arbeitsrechtsschutz.

Gleiches gilt bei der Durchsetzung von Urlaubs- und Abfindungsansprüchen. Sobald gegen geltendes Arbeitsrecht verstoßen wird, haben Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber die Möglichkeit vor dem Arbeitsgericht zu klagen. Die Kosten hierfür können mit einer Arbeitsrechtsschutzversicherung vermieden werden.

3.) Wenn die Miete zu hoch wird

Generell gilt, Mieterhöhungen sind alle 15 Monate möglich. Nach drei Jahren hat der Vermieter sogar die Möglichkeit, die monatliche Miete um 20% zu erhöhen. Dies ist allerdings nur möglich, solange die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten wird. Ausnahmen gibt es hier jedoch bei Sanierungsmaßnahmen.

Erhält die Mietwohnung z. B. einen neuen Balkonanbau, hat der Vermieter auch hier die Möglichkeit, die Miete anzupassen. Verstößt ein Vermieter nachweislich gegen die gesetzlichen Regelungen des Mietrechts, so kann der Mieter klagen.

Dies gilt übrigens auch bei unverständlichen Nebenkostenabrechnungen, deren keine nachweisbaren Zahlen zugrunde liegen. Mieter haben die Möglichkeit, sich mit einer Miet- bzw. Wohnungsrechtsschutz vor hohen Verfahrenskosten abzusichern.

4.) Wenn die Miete für den Vermieter ausbleibt

Ein Vermieter wartet schon seit Monaten auf die fälligen Mietzahlungen. Diese bleiben jedoch aus. Ein rechtlich gibt es jetzt die Möglichkeit einer Zwangsräumung. Diese setzt allerdings eine Räumungsklage voraus, die Wiederum Anwalts- und Gerichtskosten verursacht.

Eine Vermieterrechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten. Dies gilt z. B. auch, wenn eine Kündigung wegen Eigenbedarf nicht berücksichtigt wird oder die betreffende Mietwohnung in einem unsauberen, gar beschädigten Zustand hinterlassen wird, der sich nicht durch die Höhe der vereinbarten Mietkaution decken lässt.

5.) Unversteuerte Einnahmen

Nach dem deutschen Steuerrecht sind sämtliche steuerbaren Einkünfte der Einkommenssteuer anzugeben, unabhängig von der Höhe der Einkünfte. Dazu gehören z. B. auch die Einkünfte einer entgeltlichen Nachbarschaftshilfe, denen eine Gewinnerzielungsabsicht zu Grunde liegt.

Das Steuerrecht ist in der Regel sehr kompliziert, so dass der Grat zwischen steuerpflichtigem und nicht steuerpflichtigem Einkünften mitunter sehr schmal ist. Wer gegen die Gesetze verstößt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren rechnen. In diesem Fall greift eine Privatrechtsschutzversicherung, die auch den Punkt Steuerrecht berücksichtigt.

6.) Betrug beim Autokauf

Da steht es, das langersehnte neue Auto. Doch was, wenn der Gebrauchtwagen nach nur zwei Wochen Autofahrt erhebliche Mängel aufweist? Auch hier hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, um die eigenen Ansprüche im Sinne der Gesetze durchsetzen zu können, ohne das dem Versicherungsnehmer hohe Kosten entstehen. Gleiches gilt für den Ärger mit der Kfz-Werkstatt.

Wurden hier Sachen repariert, für die die Werkstatt gar nicht beauftragt wurde, entsteht schnell ein hohes Streitpotential. Dieses wiederum endet nicht selten wieder vor dem Richter. Gerade bei unklarer Sachlage, entscheidet oft ein Dritter.

7.) Ärger mit dem Nachbarn

Ein Baum ist zu hoch, eine Hecke zu klein oder einfach nur die Musik zu laut, Streitigkeiten mit Nachbarn kommen häufiger vor, als gedacht. Auch in diesem Fall kann eine Vermieterrechtsschutzpolice helfen, um die eigenen Ansprüche durchsetzen zu wollen.

Selbst wenn es für alle Beteiligten einfacher ist, sich auszusprechen und ggf. Verständnis für die Situation des Anderen zu zeigen, enden dennoch viele Fälle vor Gericht, deren Anwalts- und Verfahrenskosten von den Parteien selbst zu tragen sind.

Die vom Verbraucherportal GELD.de zur Verfügung gestellten Beispiele zeigen, dass ein günstiger Rechtsschutz sinnvoll sein kann. Doch auch hier gilt es Tarife zu vergleichen, um die besten Angebote zu finden. Dabei können sich Versicherungsnehmer regulär die Leistungsbestandteile des Rechtsschutzes selbst zusammenstellen.

Was für Privatpersonen gilt, gilt ebenfalls für Firmen und Gewerbe, gerade in den Bereichen Vertrags-, Sachen- und Internetrecht können hohe Kosten entstehen, deren Übernahme im Leistungsumfang der Versicherungen vorhanden ist.

*Quelle: http://www.gdv.de/zahlen-fakten/schaden-und-unfallversicherung/rechtsschutzversicherung/

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