Selbstständige haben beim Krankengeld viele Optionen

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
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Berlin. Selbstständige, die freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, haben anders als Pflichtmitglieder keinen Anspruch auf Krankengeld.

Um bei einer längeren Erkrankung nicht ohne Einkommen zu sein, müssen sie daher selbst aktiv werden und sich zwischen der sogenannten gesetzlichen Option, einem Wahltarif ihrer Kasse, einer privaten Krankengeldversicherung oder auch einer Kombination dieser Möglichkeiten entscheiden.

Grundsätzlich können Selbstständige die „gesetzliche Option” wählen und sich damit den gesetzlichen Krankengeldanspruch ab der siebten Krankheitswoche sichern. Im Gegenzug steigt ihr Versicherungsbeitrag um 0,6 Prozentpunkte von 14,3 Prozent auf den allgemeinen Satz von 14,9 Prozent. Im Krankheitsfall zahlt die Kasse dann wie bei Arbeitnehmern 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoeinkommens, höchstens allerdings 90 Prozent des Nettoeinkommens bis zu einem Betrag von 87,50 Euro pro Krankheitstag.

Als Alternative bieten viele Krankenkassen Wahltarife für das Krankengeld an. Da die Krankenkassen bei der Gestaltung der Tarife weitgehend freie Hand haben, unterscheiden sich sowohl die Leistungen als auch die fälligen Prämien der Kassen erheblich. So kann der Beginn des Krankengeldbezugs für eine höhere Prämie vorgezogen oder umgekehrt bei einer niedrigeren Prämie hinausgeschoben werden. Einige Kassen bieten auch Wahltarife an, in denen die Höhe des Krankengelds nicht vom Einkommen, sondern von einer frei wählbaren Beitragsprämie abhängt.

Die Barmer-GEK beispielsweise bietet neben der gesetzlichen Option einen Wahltarif, der Krankengeld erst ab der 14. Krankheitswoche (92. Krankheitstag) sichert. Die Zusatzprämie für diese Versicherung beläuft sich auf 0,4 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens und ist damit etwas niedriger als der Betrag, der für die gesetzliche Option fällig würde. Selbstständige mit einem Einkommen von 3750 Euro im Monat sparen mit diesem Modell 7,50 Euro monatlich gegenüber der gesetzlichen Option, die Höhe des Krankengeldes unterscheidet sich nicht.

Einen anderen Weg geht demgegenüber die BIG-Direktkrankenkasse. Ihr Wahltarif sichert ebenso wie die gesetzliche Option einen Krankengeldanspruch ab der siebten Krankheitswoche, Beiträge und Leistungen sind jedoch festgelegt. Für ein Krankengeld von beispielsweise 60 Euro täglich verlangt die Kasse einen Beitrag von 21 Euro. Zum Vergleich: Wer sich für das gesetzliche Krankengeld entscheidet, müsste den Beitrag von 21 Euro erst bei einem Einkommen von 3500 Euro leisten und erhielte im Krankheitsfall über 80 Euro täglich.

Eine weitere Alternative ist der Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten diese Option in Zusammenarbeit mit einem privaten Versicherer. Doch auch bei einer Kooperation sollten sich Selbstständige nicht darauf verlassen, dass der vorgeschlagene Anbieter tatsächlich der günstigste ist. Vor allem Frauen müssen damit rechnen, dass sie bei einem privaten Versicherer eine höhere Prämie zahlen müssen, als wenn sie sich für das gesetzliche Krankengeld entscheiden.
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