Schwupps und weg sind sie: Mobile Büros fürs Zuhause

Von: Gian-Philip Andreas, dpa
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Das tote Ende eines Flurs und versteckte Ecken können leicht zum Mini-Büro umgewandelt werden - eine einfache Arbeitsplatte, ein Stuhl und vielleicht ein Regal dahinter reichen schon aus. Foto: dpa

München/Wiesbaden. Die Informationsgesellschaft bringt es mit sich: Immer mehr Arbeitsplätze verlagern sich in die eigene Wohnung. Auch wer daheim nur hin und wieder Korrespondenz erledigt oder am Computer sitzt, kommt nicht umhin, sich über die Einrichtung eines Büros Gedanken zu machen.

Steht dafür nur wenig Platz zur Verfügung, helfen neue Multifunktionsmöbel, mobile Lösungen und ein paar Kniffe.

Vom Schreiner hergestellte, individuell zugeschnittene Arbeitsmöbel haben ihren Preis und kommen daher nicht für jeden in Frage, der einfach nur einen kleinen Arbeitsplatz zu Hause haben will. Da tun es auch wenige Hilfsmittel, die man überall zusammenkaufen kann: „Eine Tischplatte von mindestens 80 Zentimetern Tiefe muss sein, und in einen ergonomischen, höhenverstellbaren Bürostuhl sollte man auch investieren”, sagt die Organisationsberaterin Siglinde Sonnenholzer aus München.

Diese Arbeitsplatte - mit Beinen oder mit Scharnieren an der Wand festgemacht - bietet auch seitlich des Computers oder Laptops noch ausreichend Platz. So kann praktisch jede vorhandene Wohnungsnische ausgenutzt werden - von der Speisekammer, in die ein ratternder Drucker verbannt wird, bis hin zum toten Ende eines Flurs. „Dort kann der Arbeitsbereich mit einem Vorhang oder einer Trennwand vom Rest der Wohnung separiert werden”, erklärt Sonnenholzer. Wer im Altbau wohnt und schöne große Fensterbretter hat, könne diese auch mit einem dafür zugeschnittenen Brett zur Tischplatte vergrößern.

Bei der Auswahl der Materialien in den eigenen vier Wänden gibt natürlich der eigene Geschmack den entscheidenden Impuls, aber nicht alles ist als Büromöbel geeignet: „Unpraktisch sind Tische mit Glasplatte”, sagt Barbara Schwaibold, Sprecherin des Buero-Forums im Verband für Büro-, Sitz- und Objektmöbel (bso) in Wiesbaden. Denn beim Schreiben auf einer Tastatur lege man gerne zur Entlastung der Handgelenke und Schultern die Unterarme auf der Platte ab. „Da sich Glasplatten oft kühl anfühlen, versucht man instinktiv, den Kontakt zu vermeiden. Leidtragende sind Muskulatur und Sehnen.”

Wer nicht täglich für Stunden am Schreibtisch sitzen muss, sondern vielleicht nur Post und Rechnungen durchsieht, kann auch über Stehtische oder Ausklapplösungen im Regal nachdenken. Eine Variante bietet zum Beispiel Lambert mit dem Sideboard „Giovanni”, das aufgeklappt als Bar wie auch als Schreibplatz dienen kann.

Manche High Tech-Büros zeigen sich auch erst nach einem Knopfdruck: Da fährt etwa die Hälfte eines Küchentresens runter und gibt einen Hohlraum frei, der sich nach Gusto bestücken lässt. Eine Bar-Ausstattung findet dort beispielsweise auf der einen Seite Platz, ein PC-Arbeitsplatz mit versenkbarer Ladestation fürs Telefon auf der anderen. So einen Multifunktionstisch hat die Firma Häfele im Januar auf der Küchenschau LivingKitchen in Köln vorgestellt.

Inspiriert wurde das Möbelstück nicht nur vom Platzmangel in Single-Haushalten, sondern auch von den veränderten Lebensweisen: „So wie man etwa von einem Handy heute alles Mögliche erwartet, hat sich Multifunktionalität im gesamten Leben etabliert”, sagt Annette Blank, Sprecherin des Unternehmens.

Multifunktional sind auch ein kleiner Sekretär oder ein abgeschrägtes Stehpult, die dem Raum auch als Dekoration dienen. „So ein Stück ist nicht nur praktisch, es zieht auch die Blicke auf sich.” Und es sei auch eine gute Alternative für Vielsitzer, die beim Arbeiten phasenweise auch gerne mal stehen.

Doch ob es nun ein Multifunktionsmöbel oder nur ein Pult ist: Wenn wirklich nur eine kleine Schreibplatte zur Verfügung steht, die nach Arbeitsende anderen Zwecken dienen muss, sollten alle losen Utensilien auf einem Tablett liegen. „Das kann in einem Handstrich abgeräumt werden, wenn der Tisch frei sein muss”, rät Organisationsberaterin Sonnenholzer. Und anstatt planlos Zettel zu stapeln, empfehle es sich, mit Hängeregistern und Ablagen zu arbeiten.

Bei allen Arbeitsplätzen sollte auf eine gute Beleuchtung wert gelegt werden. „Ideale Lichtverhältnisse herrschen dann, wenn der Arbeitsbereich heller ist als die Umgebung”, erläutert Schwaibold. „Das ist gut für die Augen und fördert die Konzentration.”

Beim Kauf von Büromöbeln lohnt sich der Blick auf die Prüfsiegel. „Auch Möbel für den Heimarbeitsplatz sollten zumindest ein GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit tragen”, rät Schwaibold. „Und das Quality-Office-Zeichen berücksichtigt neben der Sicherheit auch Anforderungen an Funktionalität, Ergonomie, Flexibilität und Nachhaltigkeit.”
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