Schaltzentrale im Heimkino: Worauf es beim AV-Receiver ankommt

Von: Thomas Schörner, dpa
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Kontaktfreudig: Auch bei AV-Receivern gibt es eine Entwicklung hin zur Netzwerkfähigkeit mit Anschlüssen wie WLAN, Ethernet und USB. Foto: dpa

Poing. Im Heimkino spielt der AV-Receiver eine zentrale Rolle. Er sammelt und verstärkt Musik und Tonspuren der DVD und leitet sie weiter an die Lautsprecher, egal ob Stereo oder Raumklang.

Er nimmt Filme vom Blu-ray-Player entgegen und bringt sie auf den Fernseher. Mit Ethernet-Schnittstelle ausgerüstete Modelle holen sich Musik und Film aus dem Heimnetz. Für welchen AV-Receiver sich Verbraucher entscheiden, hängt auch davon ab, welche Geräte sonst noch im Wohnzimmer stehen.

Wer viel Wert auf guten Sound legt, sollte wissen: „Je teurer die Geräte, desto besser die klangliche Qualität”, sagt Sedin Mujic von der Fachzeitschrift „Audio” in Poing bei München. Und guter Sound im Heimkino kostet heute kein Vermögen mehr. „Die Klangqualität der AV-Receiver bei einem Preis um 400 Euro entspricht der Qualität von 1000-Euro-Geräten vor fünf Jahren”, erklärt Roland Krüger vom Hersteller Denon.

Ab einem Preis von etwa 350 Euro unterstützen die Geräte laut Mujic die beiden wichtigsten digitalen Filmton-Formate Dolby TrueHD und DTS-HD, so der Audio-Redakteur. Zur verlustfreien Übertragung dieser Tonformate benötigen AV-Receiver eine HDMI-Schnittstelle. Aktuell ist die Version HDMI 1.3a. Neue Receiver sollten bereits mehrere HDMI-Eingänge und mindestens zwei Ausgänge besitzen, rät Mujic.

Die Nachfolgeversion HDMI 1.4 wird der Standard für die bereits angekündigten 3D-fähigen-Geräte. „HDMI 1.4 wird für die 3D-Blu-ray-Formate benötigt”, erläutert Jürgen Timm vom Hersteller Pioneer. Allerdings braucht es für die Darstellung von Blu-ray-Filmen in 3D auch entsprechende Fernseher und Player. Erwartet wird die Einführung solcher Geräte Mitte des Jahres.

Wer noch Videokassetten abspielen möchte, etwa weil es sich um alte Familienaufnahmen handelt, kann unter Umständen von einem AV-Receiver mit HDMI-Ausgang profitieren. Der Receiver rechnet das analoge VHS-Signal mit seiner relativ niedrigen Auflösung für die Darstellung auf dem Flachbildfernseher um. Manche Hersteller behaupten, aktuelle Receiver könnten das Bild sogar auf HDTV-Niveau skalieren. Da ist Experte Mujic jedoch skeptisch: Eine schlechte Quelle könne kein hochauflösendes Signal ergeben. „Das Ergebnis ist dasselbe, als wenn man ein Handyfoto als Poster auszudrucken will.”

Auch Fehler, die der Receiver bei der Digitalisierung macht, trüben das Bild. Bei einem Test von Audio-Video-Empfängern bemängelte die Stiftung Warentest, dass von zehn Modellen nur zwei diese Aufgabe fehlerfrei bewältigten. Alle anderen zeigten demnach deutliche Fehler bei der Konvertierung. „Die Kanten wirkten ausgefranst„, urteilte die Zeitschrift „test” (Ausgabe 11/2009).

Mitunter sei es bei älteren Modellen für die Tester nervenaufreibend gewesen, sich am kleinen Display des Receivers durchs Menü zu arbeiten. „Generell werden die Bedienungsoberflächen benutzerfreundlicher”, sagt Jürgen Timm von Pioneer. Die Einstellungen lassen sich direkt auf dem Fernseher in einem Onscreen-Menü vornehmen. „Einsteigergeräte verfügen allerdings oft nicht über diese Funktion”, sagt Mujic.

In höheren Preisklassen ist eines der neuesten Features die Netzwerkfunktionalität - USB- und/oder Ethernet-Schnittstellen zieren die Receiver. Als Musikquelle lassen sich USB-Sticks, iPods und sogar die komplette MP3-Sammlung vom PC verwenden.

Mit dem Onscreen-Menü auf dem TV-Gerät können Musikfreunde ihre Audioquellen direkt über den Receiver auswählen. Mit manchen Modellen kann der Nutzer auch auf Internetmusik-Dienste wie last.fm zugreifen. Geräte mit gutem Musikklang gibt es Mujic zufolge in dieser Klasse ab 700 Euro.
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