Berlin - Riestern trotz knapper Kasse

Riestern trotz knapper Kasse

Von: Oliver Mest, dapd
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Wer einen Riester-Vertrag abschließt, kann nicht absehen, wie sich sein Leben - auch finanziell - entwickeln wird. Vielleicht kann der Vertrag eines Tages sogar gar nicht mehr bespart werden. Dann stellt sich die Frage, was aus dem Riester-Vertrag wird.

Eine Kündigung des Vertrags und die Auszahlung des Riester-Vermögens sind dann in der Regel keine gute Wahl. Denn bevor das Geld auf dem eigenen Konto ankommt, hat der Staat bereits alle Zulagen einkassiert und auch die gewährten Steuervorteile abgezogen. Zudem wird in der nächsten Steuererklärung noch ein Nachschlag ans Finanzamt fällig, weil alle Erträge versteuert werden müssen.

Hinzu kommt, dass vor allem bei Rentenversicherungen in den ersten Jahren hohe Kosten anfallen, die das angesparte Kapital zusätzlich dezimieren. Damit bleibt von der Auszahlung oft nicht viel übrig. Die Kündigung ist deshalb nur eine Lösung für den Extremfall, in dem das angesparte Vermögen wirklich benötigt wird.

Beitragsfalle einkalkulieren

Oft fehlt einfach das Geld, um den Riester-Vertrag überhaupt oder in der erforderlichen Höhe besparen zu können. Schuld daran ist nicht selten eine Regelung, die Riester-Sparer in finanzschwachen Situationen belastet: Wer etwa 2012 gut verdient hat und 2013 riestern will, für den zählt das Einkommen von 2012, wenn es um den zu zahlenden Mindesteigenbeitrag geht. Wer aber 2013 in Elternzeit gehen will oder gar arbeitslos wird, muss dann in der Regel dennoch einen hohen Beitrag zahlen.

In diesem Fall hilft nur ein Aussetzen des Vertrags. Das ist eine allemal sinnvollere Alternative als die Kündigung - auch wenn die Zulagen für ein Jahr verloren gehen.

Beiträge anpassen

Oft war eine Beitragsanpassung in der Vergangenheit ohnehin erforderlich, um die Zahlung ans Einkommen anzugleichen. Aber auch bei knapper Kasse kann die Beitragshöhe verändert werden. Wer nach einer Kürzung den erforderlichen Mindesteigenbeitrag nicht erreicht, bekommt die Zulagen allerdings auch nur noch anteilig.

Eingezahlt werden müssen immer vier Prozent des Vorjahreseinkommens - mindestens aber 60 Euro im Jahr. Wird weniger eingezahlt, werden die Zulagen gekürzt. Das heißt, dass bei einem Einkommen von 30.000 Euro für die vollen Zulagen 1.200 Euro in den Riester-Vertrag fließen müssten. Werden nur 600 Euro eingezahlt, sinken auch die Zulagen um 50 Prozent.

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