Hamburg - Riestern nach Jobverlust: Kündigung des Vertrages genau prüfen

Riestern nach Jobverlust: Kündigung des Vertrages genau prüfen

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Auch wenn die Zahlen auf dem Arbeitsmarkt im Frühjahr 2010 überraschend positiv sind, hat die Wirtschaftskrise so Manchen um den Arbeitsplatz gebracht.

Betroffene, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, stehen dabei auch vor der Frage, wie sich der Jobverlust auf die Policen auswirkt.

Grundsätzlich gilt, dass wer Arbeitslosengeld I oder II bezieht, automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist.

Das bedeutet, dass ein Anspruch auf die Altersvorsorgezulage besteht. Zudem können die Beiträge für die Police steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden.

Wer hingegen Arbeitslosengeld II bekommt, unterliegt grundsätzlich nicht mehr der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Doch in diesem Fall profitieren Betroffene von einer Ausnahmeregelung. Da sie dennoch in den Vorteil der Altersvorsorgezulage kommen, werden sie den Pflichtversicherten gleichgestellt und haben damit ebenso Anspruch auf die Riester-Förderung.

Anders liegt der Fall jedoch, wenn sie nicht bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet sind. Dann gilt die Sonderregelung nicht und damit entfällt auch der Anspruch auf die Riester-Förderung.

Dennoch lohnt sich riestern - trotz aller Geldknappheit. Vor allem Familien mit Kindern profitieren von hohen Zulagen. Das Problem für die Zeit ohne Arbeit dürfte eher der Mindesteigenbeitrag sein. Denn die Höhe der jährlichen Prämien für den Riester-Vertrag richtet sich nach dem Einkommen des Vorjahres.

Wer 2009 gut verdient hat, der muss 2010 entsprechend hohe Prämien zahlen. Schon ab 52.500 Euro Jahreseinkommen liegt der Beitrag bei 2100 Euro, wobei die Zulagen abgerechnet werden. Wer den erforderlichen Mindesteigenbeitrag nicht zahlen kann, der bekommt die Zulagen entsprechend auch nur anteilig.

Gibt es dennoch keinen Weg, die Prämien zu zahlen, ist es überlegenswert, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Das bedeutet einen Stopp der Einzahlungen. Dafür entfallen dann allerdings auch Zulagen und Steuervorteile.

Allerdings ist dies gegenüber einer Vertragskündigung die bessere Alternative. Denn eine Kündigung ist immer eine sogenannte schädliche Verwendung - und das hat Konsequenzen. In der Folge müssen die gutgeschriebenen Altersvorsorgezulagen sowie die erzielten Steuervorteile durch den Sonderausgabenabzug zurückgezahlt werden.

Darüber hinaus müssen die Erträge und Wertsteigerungen des Riester-Vertrages in vollem Umfang als „sonstige Einkünfte” versteuert werden. Damit werden volle Steuern auf Zinsen und andere Erträge fällig.

Da die Riester-Anbieter in aller Regel bereits in den ersten Jahren ihre Kosten für den Vertrag abgezogen haben, wird eine Kündigung vor allem in den ersten fünf Jahren meist zum Minusgeschäft. Betroffene erhalten also weniger, als sie eingezahlt haben.
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