Frankfurt/Main - Riester-Sparer verschenken fast eine Milliarde Euro vom Staat

Riester-Sparer verschenken fast eine Milliarde Euro vom Staat

Von: dapd
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Frankfurt/Main. Riester-Sparer neigen zur Nachlässigkeit. Das legt eine am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichte Studie nahe. Demnach verschenkten allein für das Beitragsjahr 2007 die Anleger staatliche Zuschüsse im Volumen von fast einer Milliarde Euro.

Gut ein Viertel der Sparer für eine spätere Zusatzrente stellten gar nicht erst einen Antrag auf die Zahlung von Zulagen; das waren fast drei Millionen Menschen.

Der „Vorsorgeatlas Deutschland” wurde im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg erstellt. Demzufolge riefen die Riester-Sparer für 2007 Zulagen in Höhe von 977 Millionen Euro nicht ab. Das entspreche rund 40 Prozent der maximal möglichen Förderung.

Weil Sparer überhaupt keinen Antrag stellten, verzichteten sie auf Grund- und Kinderzulagen in Höhe von 664 Millionen Euro. Weitere 313 Millionen Euro an Staatszuschüssen wurden nicht ausgezahlt, weil die Sparer nicht den erforderlichen Mindesteigenbeitrag, im Jahr 2007 waren das drei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens, eingezahlt hatten.

Schmerzhafte Folgen bei späterer Zusatzrente

Am nachlässigsten gehen der Studie zufolge junge Menschen, Ostdeutsche und Gutverdienende mit den Fördermöglichkeiten um. In den östlichen Bundesländern fänden sich Riester-Sparer mit den geringsten Ausschöpfungsquoten. „Vor dem Hintergrund, dass es in den östlichen Bundesländern überdurchschnittlich viele Riester-Verträge gibt, ist dieses Ergebnis überraschend”, erklärte der Direktor des Forschungszentrums, Bernd Raffelhüschen.

Die Untersuchung beschäftigt sich mit dem Jahr 2007, weil Förderanträge noch zwei Jahre im Nachhinein gestellt werden können und damit für 2007 eine abschließende Betrachtung möglich ist. Für 2008 können noch bis Ende dieses Jahres Anträge eingereicht werden.

Nicht nur sinkt das Interesse an den Zulagen laut Studie mit steigendem Einkommen. Auch stellen der Untersuchung zufolge unter 35-jährige Riester-Sparer häufiger keinen Antrag oder schöpfen die Möglichkeiten durch zu geringe Eigenzahlung nicht aus, mit möglicherweise schmerzhaften Folgen: „Gerade mit Blick auf die lange Laufzeit ihrer Verträge und die Auswirkungen des Zinseszinseffekts wirken sich die fehlenden Eigenbeiträge und die entgangenen Zulagen besonders deutlich auf ihre zukünftige private Zusatzrente aus”, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Union Investment, Hans Joachim Reinke.
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