Rechtstipp: Mithaftung auch bei Vollrausch

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Hamburg. Ein Beifahrer, der sich nicht anschnallt, handelt grob fahrlässig und muss daher bei einem Unfall für erlittene Verletzungen mithaften.

Selbst ein Vollrausch schützt nicht vor dieser Konsequenz, stellt die Hamburg-Mannheimer Sachversicherung in Hamburg unter Verweis auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) in Karlsruhe fest.

In dem Fall sei ein Mann nach einem Volksfest volltrunken und unangeschnallt von seinem ebenfalls nicht mehr nüchternen Freund nach Hause gefahren worden. Bei einem Unfall habe der Beifahrer erhebliche Verletzungen erlitten und sei für unabsehbare Zeit arbeitsunfähig geblieben.

Bei der Klage auf Entschädigung habe nun der Mann geltend gemacht, er habe sich bereits vor Fahrtbeginn in komaähnlichem Tiefschlaf befunden und wisse gar nicht, wie er überhaupt in das Auto gelangt sei. Er habe daher nicht bemerken können, ob er angeschnallt gewesen sei und trage für seine Verletzungen keine Mitverantwortung.

Die Richter teilten diese Meinung nur teilweise: Zwar hätte der Fahrer in alkoholisiertem Zustand dafür sorgen müssen, dass sein Beifahrer ordnungsgemäß angegurtet sei. Der Kläger selbst war nach Ansicht des Gerichts aber nicht ganz schuldlos, denn er habe durch seinen Alkoholkonsum fahrlässig eine Situation herbeigeführt, in der er nicht mehr die „zum Selbstschutz erforderliche Einsichtsfähigkeit” besaß. Aus diesem Grund billigte man ihm nur eine Entschädigung von zwei Dritteln des materiellen Schadens zu. (AZ: 1 U 192/08)
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