Rechnungen der Handwerker in Steuererklärung geltend machen

Von: Katja Fischer, ddp
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Steuererklärung
Steuerzahler müssen bei der Steuererklärung einiges beachten.

Berlin. Hausbesitzer und Mieter, die in diesem Jahr Reparaturen in und an Haus und Wohnung ausführen ließen, sollten das in ihrer Einkommensteuererklärung für 2009 geltend machen, die bis Ende Mai 2010 fällig ist. Das lohnt sich mehr als je zuvor, wie der Deutsche Anwaltsverein (DAV) informiert.

Denn ab diesem Jahr verdoppelt sich die Summe, die von der Steuer abgesetzt werden darf. Für alle ausgestellten und bezahlten Handwerkerrechnungen können nun 20 Prozent der Lohnkosten von maximal 6000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Damit erhöht sich die Steuerersparnis auf 1200 Euro.

Mieter können dabei nicht nur Handwerksleistungen geltend machen, die sie selbst in Auftrag gegeben haben. Der Deutsche Mieterbund (DMB) rät, zusätzlich alle Ausgaben für Handwerkerlöhne, die der Vermieter als umlagefähige Betriebskosten abrechnet, in die Steuererklärung aufzunehmen. Am besten ist es, den Vermieter um eine separate Aufstellung der Betriebskosten mit Handwerkerleistung zu bitten.

Das sind zum Beispiel Gartenpflege, die Reinigung von Gebäude, Treppenhaus oder Dachrinnen sowie der Winterdienst oder die Gebühren für den Wärmeableser, so der DMB. Auch die Wartung von Lift, Heizungsanlage, Warmwassergeräten, die Ungezieferbekämpfung oder Schornsteinfegerarbeiten zählen dazu. Die jeweiligen Posten sind aber in der Regel auch in der jährlichen Betriebskostenabrechnung anteilig aufgelistet.

Bei Hausbesitzern akzeptiert der Fiskus viele Handwerksleistungen, beispielsweise Arbeiten an Innen- und Außenwänden, Dach, Fassade, Garage, aber auch die Reparatur und der Austausch von Fenstern und Türen, Bodenbelägen, Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen. Ebenfalls abzugsfähig sind Modernisierung oder Austausch der Einbauküche, des Badezimmers sowie die Reparatur von Haushaltsgegenständen wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher oder Computer. Auch Arbeiten im Garten und auf dem Grundstück können steuerlich geltend gemacht werden, wenn es keine Neubaumaßnahmen sind.

Wer seine Immobilie energetisch sanieren und wärmedämmtechnisch auf den neuesten Stand bringen möchte, der kann alle damit verbundenen Lohnkosten bis 6000 Euro von der Steuer abziehen. Darunter fallen beispielsweise die Wärmedämmung von Haus und Fassaden, der Austausch der Fenster oder der Heizungsanlage wie auch der Einbau einer Solaranlage, so der DAV. Neben Reparatur und Wartung ist auch der Einbau neuer Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen abzugsfähig, ebenso wie die handwerklichen Leistungen für Kabel-, Strom- oder Fernsehanschlüsse sowie die Zuleitungen zum Haus.

Zu beachten ist, dass sich die Absetzbarkeit der Handwerkerleistungen ausschließlich auf den Arbeitslohn des Handwerkers und nicht auf Kosten für das Arbeitsmaterial bezieht. Auftraggeber sollten daher einfordern, dass die Handwerksbetriebe ihre Rechnungen nach Arbeitslohn und sonstigen Kosten aufschlüsseln. Eine reine Festpreisvereinbarung auf einer Rechnung wird steuerlich nicht begünstigt.

Ganz wichtig ist auch die Art der Bezahlung der Rechnung, so der DAV. Nur wer den geschuldeten Betrag per Bank überweist, kann die Rechnung später beim Finanzamt geltend machen. Quittungen über Barzahlungen, vom Unternehmer auf der Rechnung handschriftlich als „dankend erhalten” vermerkt, haben keine Chance auf Anerkennung. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden (AZ: VI R 14/08). Außerdem muss die Rechnung des Handwerksbetriebs acht formale Bedingungen erfüllen, um vom Finanzamt anerkannt zu werden. Sie muss den vollständigen Namen und die komplette Anschrift sowohl des Bauunternehmens als auch des Bauherrn tragen.

In der Rechnung muss die Steuernummer oder die vom Bundesamt für Finanzen erteilte Umsatzsteueridentifikationsnummer des Rechnungsstellers aufgeführt sein. Nicht fehlen darf das Datum. Die Rechnung muss außerdem eine Rechnungsnummer haben. Art und Umfang der erbrachten Arbeiten müssen eindeutig bezeichnet sein, ebenso wie der Zeitpunkt der Leistung. Und natürlich müssen auch der Umsatzsteuersatz und die entsprechende zu zahlende Summe am Ende der Rechnung ausgewiesen werden.

Private Bauherren müssen ihre Rechnungen zwei Jahre lang aufbewahren. Kann der Bauherr innerhalb dieser zwei Jahre dem Finanzamt auf Nachfrage keine Rechnung vorweisen, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 500 Euro. Grundsätzlich sei es immer ratsam, Rechnungen sorgfältig aufzubewahren, schon um später eventuelle Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können, empfehlen die Rechtsexperten vom DAV.
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