Nicht blind der Bank vertrauen

Von: Max Geißler
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Aachen. Rechtzeitig bevor die Anschlussfinanzierung fällig wird, sollten Immobilienbesitzer neue Angebote einholen. Wer seiner alten Bank untreu wird, kann oft viel sparen. Läuft die Zinsbindungsfrist aus, sendet die Bank dem Kunden meist erst kurz vor Ende der Baufinanzierung ein Verlängerungsangebot zu.

Manchem Kreditnehmer erscheint die Anschlussofferte günstig, weil die Zinsen deutlich unter den Konditionen des Erstdarlehens liegen. Tatsächlich kann das Angebot aber kostspielig sein. Häufig bieten die Kreditinstitute ihren Bestandskunden einen Zinssatz an, der deutlich über dem von Neukunden liegt, sagt Stephan Scharfenroth, Geschäftsführer des Baugeldvermittlers Baufi24.de.

Kreditnehmer sollten daher Acht geben. Wer sich nicht die Mühe mache, den Markt rechtzeitig nach der preiswertesten Baufinanzierung zu sondieren, verpasse die Chance, in vollem Umfang vom niedrigen Zinsniveau zu profitieren. Bereits Zinsunterschiede von einigen Zehntelprozenten können über die Jahre gesehen Kostenunterschiede von mehreren Tausend Euro bedeuten, so der Baugeldexperte.

Wird zum Beispiel eine Restschuld von 150.000 Euro zu 3,3 statt zu 2,3 Prozent finanziert, summieren sich die Mehrzinsen bei drei Prozent Anfangstilgung binnen zehn Jahren auf über 12.000 Euro.

Rechtzeitig nach neuer Baufinanzierung umsehen

Um nicht aus Zeitgründen ein schlechtes Angebot annehmen zu müssen, sollten Kreditnehmer drei bis vier Monate vor Auslaufen der Baufinanzierung ihre Hausbank um ein verbindliches Verlängerungsangebot bitten. Zugleich sollte man Vergleichsangebote anderer Kreditinstitute einholen.

Stößt der Eigentümer auf bessere Offerten als die der Hausbank, kann er mit dem Konkurrenzangebot seinen bisherigen Geldgeber eventuell zum Nachbessern der Konditionen animieren. Stellt sich die Bank stur, hilft ein Wechsel des Kreditinstituts.

Die Kosten für die Umschuldung halten sich in Grenzen, denn der neue Anbieter kann eine Grundschuldabtretung veranlassen. Dabei werden die Grundschulden nicht neu im Grundbuch eingetragen, sondern nur umgeschrieben, erläutert Scharfenroth. Die entstehenden Gebühren seien vergleichsweise gering.

Baufinanzierung nach zehn Jahren kündbar

Selbst wenn das Ende der Zinsbindungszeit noch nicht erreicht ist, kann der Kreditnehmer unter Umständen auf ein günstigeres Darlehen umsatteln. Das geht, wenn die bestehende Baufinanzierung bereits seit zehn Jahren läuft. Nach zehn Jahren hat jeder Kreditnehmer laut Paragraph 489 I Nr. 3 BGB das Recht auf Umschuldung, erklärt der Baugeldexperte.

Nach der Kündigungsfrist von sechs Monaten kann er entweder sofort eine neue Baufinanzierung abschließen oder sich mittels Forwarddarlehen aktuelle Zinskonditionen für einen späteren Zeitpunkt sichern. Allerdings fallen dann je nach Anbieter bis zur Abnahmen des Darlehens bis zu 0,05 Prozent Extrazins pro Monat an. Ein Folgedarlehen mit einem Aufzins von 0,02 Prozent, das in zwölf Monaten startet, könnte sich dadurch um insgesamt 0,24 Prozent verteuern.

Die Banken gewähren üblicherweise zwei bis drei Monate zinsfreie Bereitstellungszeit. Soll das Darlehen später starten, empfehlen sich Anbieter, die den Kredit möglichst lange zinsfrei bereitstellen, etwa ING-Diba (sechs Monate), Debeka und PSD Bank Westfalen-Lippe (zwölf Monate). Auf keinen Fall sollte man das Darlehen vor Ablauf der Zehnjahresfrist stornieren. Sofern die Bank einer Kündigung überhaupt zustimmt, fordert sie eine happige Vorfälligkeitsentschädigung.

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