Neue DIN-Norm für Makler soll Kunden Orientierung geben

Von: Katja Fischer, dapd
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Berlin. Der Kauf einer Immobilie gehört für viele Menschen zu den wichtigsten Geschäftsabschlüssen in ihrem Leben. Wer ihn sich allein nicht zutraut, kann die professionelle Hilfe eines Maklers in Anspruch nehmen.

Der übernimmt dann im Auftrag des Kunden Leistungen wie die Suche nach der geeigneten Immobile, Wertermittlung, Einsichtnahme in wichtige Bauakten und Zusammenstellung aller notwendigen Unterlagen für die Behörden. Er organisiert Besichtigungstermine und inseriert in den Medien.

Allerdings ist die Auswahl eines guten Maklers fast genauso schwierig wie die Suche nach dem Eigenheim selbst. Denn es gibt zwar viele Angebote in Zeitungen und auf Internetportalen, aber für den meist ungeübten Immobilienkunden ist es schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Berufsbezeichnung nicht geschützt

Weil die Berufsbezeichnung Makler nicht geschützt ist, agieren auf dem Markt neben seriösen Anbietern auch etliche schwarze Schafe. Jeder darf sich so nennen, auch wenn er nicht die notwendige Qualifikation besitzt. Der Verbraucherschutzverein „Wohnen im Eigentum” empfiehlt Kunden deshalb, nicht gleich das erst beste Angebot zu akzeptieren, sondern mehrere Makler zu konsultieren. Auch der Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), Jürgen Michael Schick, rät zum Vergleich verschiedener Makler. „Viele Bürger und Unternehmen wählen bei Bedarf nach einer kurzen Internetrecherche einfach einen Makler aus oder verlassen sich auf Tipps von Freunden und Bekannten”, sagt Schick. Das kann ins Auge gehen.

Anhaltspunkte dafür, wie gut und seriös ein Makler arbeitet, sind Referenzen von Kunden und die Mitgliedschaft in einem Berufsverband. Seit April 2010 gibt es zusätzlich eine eigene Zertifizierung für Makler, die DIN EN 15733. Inzwischen wurden die ersten Makler danach bewertet und dürfen damit werben.

Zertifizierung bringt mehr Sicherheit

„Für die Kunden bringt die Zertifizierung ein höheres Maß an Sicherheit”, sagt Schick. Er verweist auf die Vorteile. Neben der fachlichen Mindestqualifikation, die dem Immobilienfachwirt entspricht, müssen Immobilienmakler bestimmte Verhaltensregeln und einen Moralkodex einhalten. „Die Norm legt beispielsweise fest, dass ein Makler vom Verkäufer Nachweise über das Eigentumsrecht und die Bebauungssituation sowie zu negativen Einschränkungen einholen und den Käufer gegebenenfalls über bekannte Objektmängel informieren muss”, erklärt Schick.

Wichtig für Verkäufer von Immobilien sei die Vorgabe, dass ein zertifizierter Makler maßgebliche Informationen zur Zahlungsfähigkeit des Käufers nicht zurückhalten darf. Im Streitfall müsse er sich zudem darum bemühen, dass eine für beide Seiten akzeptable Vereinbarung zustande kommt.

Zertifizierte Immobilienmakler müssen ein schriftliches Beschwerdesystem haben. Außerdem müssen sie dafür sorgen, dass ihre Tätigkeit von der Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt ist. Kunden sollten aber bedenken, dass die Inhalte der DIN-Norm für Makler nicht unumstritten sind. Dem Verbraucherverein „Wohnen im Eigentum” gehen sie nicht weit genug. Geschäftsführerin Gabriele Heinrich weist darauf hin, dass die Norm lediglich die Mindestanforderungen an den Maklerberuf definiert. Sie sei keineswegs ein Gütezeichen oder Qualitätssiegel. „Verbraucher sollten nicht blind darauf vertrauen, sondern sich den Makler genau ansehen”, rät Heinrich.

„Besser als gar nichts”

Selbst beim DIN-Institut sieht man die neue Norm kritisch. „Es fehlen elementare Vorgaben. Eine qualifizierte Beratung ist damit nicht sichergestellt”, kritisiert Kristina Unverricht vom DIN-Verbraucherrat. Ihr Institut habe das nicht verhindern können, denn die Norm sei nach dem Konsensprinzip entstanden, bei dem sich Mehrheitsmeinungen aus der Immobilienbranche durchsetzen konnten. „Makler, die sich zertifizieren lassen, dokumentieren damit aber wenigstens, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Das ist besser als gar nichts und kann ein Anhaltspunkt für den Kunden sein”, sagt Unverricht.

Um herauszubekommen, wie vertrauenswürdig ein Anbieter ist, sollten Käufer in Erfahrung bringen, wie lange der Makler schon in seinem Beruf tätig ist und welche Objekte er bisher vermittelt hat, rät der Verein „Wohnen im Eigentum”. Aufschluss geben auch Informationen über Ausbildungen und Qualifikationen, besonders im Hinblick auf Wertermittlung, Baukunde, Immobilienrecht und Verhandlungsführung.
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