Aachen - Navi gestohlen: Was sagt die Versicherung?

Navi gestohlen: Was sagt die Versicherung?

Von: Eva-Maria Krüger
Letzte Aktualisierung:
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Wenn das Navi aus dem Auto gestohlen wird, ersetzt die Versicherung nur, was entwendet wurde und was in direktem Zusammenhang mit der Tat zerstört wurde. Foto: dpa

Aachen. Mehr und mehr Kriminelle haben es auf Autos abgesehen. Der Grund: Die Navigationsgeräte. Spezialschlösser bieten Schutz, mit der Versicherung kann es aber Probleme geben.

Ein demoliertes Armaturenbrett, Kratzer und Beulen am Auto. Nicht selten fallen Autohalter aus allen Wolken, wenn sie ihr Fahrzeug in diesem Zustand sehen. Ganoven, die es auf ein Navigationsgerät abgesehen haben, verursachen schnell einen Schaden, der in die Tausende Euro geht.

Nach den Erhebungen des Bundeskriminalamts trifft es Autobesitzer der Marken Audi, BMW, VW und Ford besonders häufig. Etliche Hersteller haben schon gehandelt und spezielle Schlösser produziert. So verkauft beispielsweise Volkswagen seine RNS-Navigationssysteme als Navilock. Das System besteht aus einer massiven Metallkappe, das den Bildschirm und die Tastatur komplett abdeckt. Diese Kappe wiederum wird auf vier im Armaturenbrett verankerte Stahlpilze gesteckt und mit einem Schlüssel verriegelt.

Samt Montage kostet das Sicherungssystem 400 bis 500 Euro. Aber selbst wer diesen Einbau vornehmen lässt, ist vor Einbruchsversuchen nicht gefeit. Auch wenn die Langfinger nicht an das gewünscht Navi kommen, kann der Schaden schwer im Magen liegen. Denn die Kfz-Versicherung kann sich querstellen. Oftmals entstehen Schäden, die als Vandalismus bezeichnet werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Autoeinbrecher aus Ärger über ihren gescheiterten Versuch den Lack beschädigen oder ihre Zigarette auf dem Sitz ausdrücken.

Tritt ein solcher Vandalismusschaden ein, leisten Versicherer nur bei Vollkasko-Schutz. Bei Einbrüchen ist die Frage, ob es sich um Vandalismus handelt, oft schwer zu klären. Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Urteilen klar gemacht, dass bei Teilkasko nur Schäden abgedeckt sind, die durch die Verwirklichung der Tat selbst entstanden sind (Az. IV ZR 248/08).

Im Klartext heißt das: Es wird nur ersetzt, was entwendet wurde und was in direktem Zusammenhang mit der Tat zerstört wurde. Das kann eine aufgeschlagene Autoscheibe genauso wie ein kaputt gegangenes Armaturenbrett sein. Bei anderen Schadensfällen stellt sich der Sachverhalt kniffliger dar, zum Beispiel bei Beulen in der Karosserie oder einem beschädigten Außenspiegel. Dann ist die Frage oft heikel, ob der Schaden im Zuge des Tatversuchs an sich geschehen ist oder aufgrund der Zerstörungswut. Streit zwischen Autohalter und Versicherungsgesellschaft ist hier vorprogrammiert.

Ein Navi-Schloss hilft nicht immer. Im Gegenteil: Häufig geht der Schuss nach hinten los, gerade bei Teilkaskoversicherten. Aber auch wenn Sie einen Vollkasko-Versicherungsschutz haben, kann Ihnen der Vorfall Kopfzerbrechen bereiten. Denn im Anschluss werden Sie von der Versicherung höher eingestuft. Deswegen sollten Sie sich die Inanspruchnahme der Versicherung gründlich überlegen. In aller Regel lohnt sich das nur bei kostspieligeren Schäden. In einem unwahrscheinlichen Fall vermeiden Sie jedoch die Höherstufung. Nämlich dann, wenn die Ganoven geschnappt werden und den Schaden begleichen.

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