Mit Riester-Förderung ins Eigenheim

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Riester-Förderung kann eine Baufinanzierung deutlich erleichtern. Es gibt allerdings auch Stolpersteine. Die staatliche Riester-Förderung kann nicht nur in eine Rentenversicherung oder einen Banksparplan fließen. Vorsorge-Sparer können sie auch zum Erwerb von Wohneigentum nutzen.

Drei Förderwege gibt es:

-Bausparvertrag,
-direkte Einzahlungen in ein Hypothekendarlehen,
-Kapitalentnahme aus einem bestehenden Riester-Rentenvertrag.

Die Förderung gibt es nur bei zertifizierten Bausparverträge und Baudarlehen. Voraussetzungen: Die laufende Tilgung des Kredits muss mindestens ein Prozent betragen. Spätestens bis zum 68. Lebensjahr muss das Darlehen abbezahlt sein. Nur selbst bewohnte Immobilien werden gefördert -; keine vermieteten. Wohnriester-Darlehen und Riester-Bausparverträge gibt es beispielsweise bei Allianz, Deutsche Bank und vielen Regionalbanken wie Sparda Bank West, PSD Bank Nürnberg oder der Sparkasse Duisburg.

Wer Riester-Zulagen bekommt

Arbeitnehmer und Angestellte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, Beamte, Richter, Berufssoldaten und einige andere Berufsgruppen haben Anspruch auf Wohnriester. Darüber hinaus können die Ehepartner der förderberechtigten Personen riestern. Die Grundzulage beträgt 154 Euro. Wer im Alter unter 25 Jahren einen Riester-Vertrag abschließt, erhält außerdem einmalig einen Bonus über 200 Euro. Für jedes Kind, für das es Kindergeld gibt, zahlt der Staat 185 Euro, bei nach 2008 Geborenen sogar 300 Euro.

Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen Arbeitnehmer vier Prozent ihrer rentenpflichtigen Einkünfte in den Vertrag einzahlen - maximal 2100 Euro. Die Zulagen werden dabei mit eingerechnet. Zusätzlich können Riester-Sparer Eigenbeitrag und Zulagen steuerlich als Sonderausgabe absetzen. Ist der Steuervorteil größer als die Förderung, schreibt das Finanzamt den Überschuss gut.

Schneller tilgen

Mit einem geförderten Riester-Baudarlehen oder Bausparvertrag ist ein Kredit schneller getilgt als bei einer ungeförderten Finanzierung. Wohnriester reduziert die Schulden und beschleunigt die Darlehenstilgung, sagt Dominik Müller, Pressesprecher der LBS Bayern. Geringere Kreditbelastung und Zinsersparnis erzielen auch Immobilienkäufer, die Vorsorgeguthaben aus einem Riester-Vertrag entnehmen und damit ihr Eigenkapital erhöhen. Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet: Bei 62.300 Euro lagen die Wohnriester-Vorteile für ein Arbeitnehmer-Ehepaar (beide 35 Jahre alt) mit einem Kind (2008 geboren) und einem gemeinsamen Jahres-Bruttoeinkommen von 70.000 Euro (200.000 Euro Darlehensbetrag, Rentenbeginn nach 30 Jahren, 4,0 Prozent Zinsen, 1,73 Prozent Anfangstilgung). Nach Abzug der nachgelagerten Besteuerung verbleibt für Wohnriester-Käufer immer noch ein Vorteil von rund 39.000 Euro.

Steuern zahlen im Ruhestand

Das aus einer Rentenversicherung entnommene Geld oder die geförderte Tilgung wird auf einem Wohnförderkonto erfasst und mit zwei Prozent pro Jahr verzinst. Im Ruhestand ist der Betrag dann nachgelagert zu versteuern, erläutert Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Das Kontoguthaben wird durch die Anzahl offener Steuerjahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt. Der errechnete Betrag wird jährlich zu den Einkünften hinzuaddiert und muss mit versteuert werden. Alternative: Rentner zahlen gleich zu Rentenbeginn die komplette Steuerschuld. Dann gewährt das Finanzamt einen Rabatt von 30 Prozent.

An Immobilie gebunden

Kritisch sehen Verbraucherschützer, dass Eigentümer einer Wohnriester-geförderten Immobilie nicht frei über ihr Eigentum verfügen können. Wollen sie es nämlich verkaufen, vermieten oder verschenken, entfällt die weitere Förderung. Auf das bereits auf dem Wohnförderkonto erfasste Guthaben fallen dann sofort Steuern an. Ausnahme: Der Eigentümer erwirbt ein neues Wohnriester-Objekt oder schließt einen neuen Riester-Vertrag ab. Verstirbt der Besitzer vor dem 85. Lebensjahr, müssen die Erben die offenen Steuern sofort bezahlen.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert