Mehr Streit wegen Gebäudeversicherungen und Berufsunfähigkeit

Von: dpa
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Berlin. Dachlawinen, Rohrbrüche, Wasserschäden: Nach heftigen Unwettern haben sich Verbraucher im vergangenen Jahr häufiger über ihre Gebäudeversicherung beschwert.

Die Zahl der Beschwerden für solche Fälle stieg beim Ombudsmann für Versicherungen in Berlin um knapp ein Viertel (23,2 Prozent). Auch wegen der Versicherung bei Berufsunfähigkeit wurde deutlich mehr gestritten. Die zulässigen Eingaben legten hier um 20,1 Prozent zu.

Insgesamt gingen die Beschwerden gegenüber dem Vorjahr aber um 3,4 Prozent auf 17.733 zurück, wie Ombudsmann Günter Hirsch am Donnerstag in Berlin mitteilte. Am meisten wird noch immer wegen Lebens- und Rentenversicherungen gestritten: Fast jeder dritte Fall drehte sich 2011 darum.

Die vor zehn Jahren gegründete Schlichtungsstelle sucht bei Konflikten eine gütliche Einigung, kann aber auch bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro eine verbindliche Entscheidung fällen, die die Versicherung hinnehmen muss.

Als „besonders tragisch” schilderte Ombudsmann Hirsch den Fall eines Mannes, der zusammenbrach und im Wachkoma lag. Seine Frau wollte die Berufsunfähigkeit geltend machen, doch die Versicherung verweigerte zunächst eine Zahlung mit der Begründung, der Patient habe bei Vertragsabschluss falsche Angaben zu seiner Gesundheit gemacht. Kompliziert wurde es, weil sich der bewusstlose Mann nicht wie gefordert zu dem Vorwurf äußern konnte. Nach Eingreifen des Ombudsmannes zahlte die Versicherung - aus Kulanzgründen.

Einigen konnten sich beide Seiten auch im Fall von zwei Mädchen, die zu Halloween die Wand eines Hauses mit Eiern beworfen hatten. Die private Haftpflicht der Mädchen verweigerte einen Ausgleich mit der Begründung, die Jugendlichen hätten die Wand vorsätzlich beschädigt. Der Ombudsmann überzeugte die Versicherung davon, dass sich eine 14-Jährige schwer vorstellen könne, welchen Schaden ein Eierwurf anrichten könne. Die Versicherung stimmte einem Vergleich zu.

Den Versicherungen sei mittlerweile klar, dass es günstiger sei, sich mit einem unzufriedenen Kunden zu einigen, als ihn zu verlieren und dafür einen neuen Versicherten werben zu müssen, sagte Hirsch.

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