Maschinen, die Geld vermehren können

Von: Sebastian Schick
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Maschine statt Mensch: Robo-Advisor sind Anwendungen, die Verbraucher bei der Geldanlage beraten. Foto: dpa

Aachen. Die Maschinen sind unschlagbar – unschlagbar billig. Wer sein Geld beim Bank- oder Honorarberater anlegt, muss ein Vielfaches an Gebühren zahlen. Kein Wunder, dass die Robo-Advisor gefragt sind. Zudem versprechen sie eine bessere Performance und mehr Rendite.

Wie Robo-Advisor funktionieren: Ein Robo-Advisor (auf Deutsch: Roboter-Berater) ist, vereinfacht gesagt, ein Computerprogramm, das nach einem bestimmten Algorithmus Anlageentscheidungen trifft beziehungsweise vorschlägt. Das Prozedere folgt einem einfachen und standardisiertem Muster. Der Kunde legt zunächst einen Anlagebetrag fest. Dann füllt er auf der Online-Plattform einen Fragebogen aus.

Dabei wird der Anleger unter anderem nach seiner Risikoneigung, seinem Alter, seinen Zielrenditen und finanziellen Verhältnissen gefragt. Aus den Daten ermittelt der Computer dann nach einem bestimmten Algorithmus das Anlageprofil und schlägt die Investmentprodukte vor. Neben Aktien werden auch andere Anlageklassen wie Anleihen und zum Teil Rohstoffe oder Immobilien berücksichtigt. Nach Depoteröffnung bei der angeschlossenen Partnerbank, kann der Anleger das vorgeschlagene Portfolio dann kaufen – je nach Risikoneigung mit unterschiedlichen Anlagestrategien.

Robos setzen auf ETFs: Üblicherweise verfolgen die Roboter-Berater einen passiven Investmentansatz. Das heißt, sie setzen auf börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Ein ETF bildet den zugrunde liegenden Index eins zu eins ab, etwa den Deutschen Aktienindex Dax. Mit einem Indexfonds können Anleger ihr Risiko breiter streuen als mit der Einzelanlage in Aktien. Zudem müssen nicht alle Aktien einzeln gekauft werden, um an der Entwicklung des Index optimal zu partizipieren.

Deutliche Kostenvorteile: ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds, da die Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent entfallen. Die Verwaltungskosten von ETFs liegen meist nur zwischen 0,1 bis 0,5 Prozent im Jahr, während aktiv gemanagte Fonds im Schnitt 1,5 bis 2,0 Prozent des Fondsvermögens verlangen. Doch nicht nur die Produkte sind günstig, sondern auch der Service der digitalen Vermögensverwalter.

Die meisten Robos bieten ihre Beratung bereits für weniger als ein Prozent an. Vermögensverwaltung, Konto- und Depotführung inklusive. „In Zeiten von niedrigen Zinsen und fallenden Renditen wird der Vermögensaufbau für klassische Privatanleger immer wichtiger, aber auch immer komplexer“, sagt Erik Podzuweit, Mitgründer und Geschäftsführer des Münchner Robo-Advisors Scalable Capital. „Dabei sind die Kosten ein enorm wichtiger Aspekt. Selbst minimale Kostenunterschiede entscheiden maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines langfristigen Vermögensaufbaus“, sagt Podzuweit.

Attraktive Performance: Das Renditeversprechen der Roboter-Berater bewegt sich zwischen drei und acht Prozent im Jahr – je nach Risikobereitschaft. Zwar sind Prognosen kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allerdings liefert die Realität genügend Beispiele, dass passive Indexfonds – in welche die Robos hauptsächlich investieren – oft besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds.

Risiken und Nebenwirkungen: Viele Robo-Advisor sind noch sehr jung am Markt und können keine Belege für eine erfolgreiche Performance über Jahre hinweg liefern. Der eigentliche „Stresstest“ steht für sie noch aus. Nämlich dann, wenn die weltweiten Aktienmärkte auf Tauchstation gehen.

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