Legionellencheck-Pflicht: Neue Trinkwasserverordnung

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Warmwasserbereitungsanlagen in Mehrfamilienhäusern können unter Umständen von gesundheitsschädlichen Legionellen befallen sein. „Diese Bakterien lösen im Zweifelsfall eine schwere Lungenentzündung aus, die tödlich verlaufen kann”, informiert Gerold Happ, Referent für Wohnungseigentum der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund. Foto: Steffi Loos, dapd

Berlin. Warmwasserbereitungsanlagen in Mehrfamilienhäusern können unter Umständen von gesundheitsschädlichen Legionellen befallen sein. „Diese Bakterien lösen im Zweifelsfall eine schwere Lungenentzündung aus, die tödlich verlaufen kann”, informiert Gerold Happ, Referent für Wohnungseigentum der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund.

Um das Risiko für das als Legionärskrankheit bekannte Leiden zu minimieren, wurde dem Verband zufolge eine neue Trinkwasserverordnung verabschiedet, die ab dem 1. November 2011 gelten wird. Die Verordnung verpflichtet Eigentümer, zentrale Anlagen zur Warmwasserbereitung einmal im Jahr auf Legionellen überprüfen zu lassen.

„Da dies nur im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit verpflichtend ist, sind nur Vermieter von der Verordnung betroffen. Allerdings auch nur für Anlagen, die mindestens 400 Liter Wasser fassen”, erläutert Happ. Die Kosten beliefen sich voraussichtlich auf 200 Euro jährlich bei einem Haus mit acht Parteien. Sie könnten im Rahmen der Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.

Legionellen lebten nur im warmen Wasser mit einer Temperatur von 25 bis 50 Grad Celsius. „Deswegen sind Vermieter ohnehin verpflichtet, die Wassertemperatur in der Anlage einmal täglich auf 60 Grad Celsius zu erhöhen”, sagt der „Haus & Grund”-Referent. Man wisse aber nicht, inwiefern diese Schutzmaßnahme konsequent durchgeführt werde. Happ betont zugleich, dass die Verordnung nur auf einer Annahme basiere.

Dass Lungenentzündungen vermehrt durch Legionellen in Warmwasserbereitungsanlagen hervorgerufen würden, sei nicht belegt. „Die Erreger werden durch Einatmen übertragen, nicht aber durch das Trinken des verseuchten Wassers”, sagt der Experte. Besonders beim Duschen oder anderen Tätigkeiten, bei denen Wasser zerstäubt werde, sei die Ansteckungsgefahr groß.

Dann würden die Bakterien freigesetzt und könnten in die Lunge eindringen. Daher empfiehlt Happ Mietern, die von einem Legionellenbefall in ihrem Haus wissen, auf das Duschen zu Hause zu verzichten und beim Hantieren mit Wasser - etwa beim Händewaschen - einen Mundschutz zu tragen. Vorher abgekochtes Wasser könne man unbedenklich benutzen. Mieter hätten in solch einem Fall außerdem das Recht auf eine Mietminderung.

Die jährlichen Wasserproben müssen an repräsentativen Stellen im ganzen Haus entnommen werden. „Bei einem sechsstöckigen Haus würde man beispielsweise Proben aus dem Keller, dem zweiten und dem sechsten Stock nehmen”, erklärt Happ. Die Untersuchungen dürfen nur Unternehmen durchführen, die bei den Landesgesundheitsministerien registriert sind. Entsprechende Listen sollen von den Behörden bereitgestellt werden.

Werden Legionellen festgestellt, drohe dem Vermieter keine Strafe. „Er muss die Anlage aber schnellstmöglich desinfizieren lassen. Eine beliebte Methode ist die thermische Desinfektion”, sagt der Experte. Dabei werde das Wasser auf 70 Grad Celsius erhitzt, so dass alle Bakterien innerhalb kurzer Zeit absterben. Der Vermieter müsse zudem seine Mieter informieren sowie dem Gesundheitsamt unter anderem Untersuchungsergebnisse und eine Bescheinigung über die Beseitigung vorlegen.
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