Kündigung wegen vier Maultaschen

Von: ddp
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Radolfzell/Konstanz. Eine Altenpflegerin aus Konstanz soll ihren Job verlieren, weil sie in einem Pflegeheim abends vier Maultaschen mitgenommen hat, um sie selbst zu essen.

Ihr Arbeitgeber, die Spitalstiftung Konstanz, bewertete dies als Diebstahl und kündigte der Betroffenen fristlos. Weil ein Gütetermin scheiterte, muss sich das Arbeitsgericht in Radolfzell (Kreis Konstanz) an diesem Dienstag mit dem Fall befassen.

Kündigungen wegen vermeintlicher Kleinigkeiten haben in den vergangenen Monaten für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

Am bekanntesten ist der Fall der Berliner Kassiererin, der wegen des angeblichen Diebstahls eines Pfandbons im Wert von 1,30 Euro fristlos gekündigt wurde. Hier wird das Bundesarbeitsgericht endgültig entscheiden.

In Friedrichshafen am Bodensee wurde am Jahresanfang einer Bäckerei- Verkäuferin gekündigt, weil 1,36 Euro in der Kasse fehlten. In diesem Fall wurde die fristlose in eine ordentliche Kündigung umgewandelt.

Dies könnte auch im Konstanzer Fall so geschehen, meinen Arbeitsrechtsexperten. Die Altenpflegerin hatte erklärt, dass das Essen am Abend übrig geblieben sei.

Da sie noch zu einer betriebsinternen Fortbildung musste und keine Zeit für eine Fahrt nach Hause hatte, habe sie sich bedient. Dem widersprach der Arbeitgeber. Es habe sich um keine Essensreste gehandelt. Die Pflegerin habe die für die Bewohner des Heimes bestimmten Maultaschen direkt aus einem Wärmecontainer entnommen und in einer Tasche unter einer Zeitung versteckt. Das gegenseitige Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei dadurch missbraucht worden, meint die Spitalstiftung.
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