Kreditvermittler dürfen Kunden keine Zusatzverträge aufzwingen

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Berlin/Stuttgart. Kreditvermittler dürfen ihren Kunden vor der Kreditzusage keine zusätzlichen Versicherungen und Unternehmensbeteiligungen aufdrängen. Darauf weist der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin hin. Er beruft sich dabei auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (Az.: 2 U 54/08).

In dem Fall hatte die Verbraucherzentrale gegen einen Kreditvermittler geklagt. Dieser hatte den Angaben zufolge gezielt Menschen in finanziellen Schwierigkeiten mit der Aussicht auf schnelle, unkomplizierte Kredite umworben.

Statt einer Kreditzusage hätten die Kunden von dem Unternehmen allerdings Schreiben erhalten, in denen ihnen nachdrücklich empfohlen wurde, eine Haftpflicht- oder Hausratsversicherung abzuschließen oder Unternehmensbeteiligungen zu erwerben. Die Schreiben seien so formuliert gewesen, dass sie bei Kunden den Eindruck erweckten, der Abschluss der Zusatzverträge sei Voraussetzung für eine Zusage des Kredits.

Das Gericht betrachtete dies als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Der Kreditvermittler habe die Kreditsuchenden unter Druck gesetzt und ihre wirtschaftliche Zwangslage ausgenutzt. Die Verbraucherschützer warnen auch vor einer anderen Masche der Kreditvermittler: Sie hielten die Kunden nach dem Antrag auf einen Kredit hin, um eine hohe Aufwandsentschädigung zu kassieren. Den Kredit lehnten sich dann aus fadenscheinigen Gründen ab.

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