Kredit in jeder Lebenslage

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Häufig wird auf den Dispokredit des Girokontos zurückgegriffen, wenn man knapp bei Kasse ist. Dabei gibt es preiswertere Kredite.

Kredit ist nicht gleich Kredit. Für unterschiedliche Bedürfnisse eignen sich verschiedene Kredit-Typen. Wer nur für kurze Zeit eine kleine Finanzlücke überbrücken muss, der kann den Dispokredit des Girokontos in Anspruch nehmen. Der ist schnell und problemlos verfügbar und wird mit der nächsten Gehaltszahlung sofort wieder getilgt. Jeder Geldeingang auf dem Girokonto verringert das Minus und damit die fälligen Zinsen.

Dispo - kleine Summe, hoher Zins

Der Dispositionskredit umfasst meist nur kleine Summen und die Zinssätze sind hoch. Bleibt das Konto über längere Zeit im Minus, wird der Dispo schnell teuer. Zweistellige Zinssätze sind bei vielen Banken die Regel. Der Biallo-Zinsindex für Dispokredite weist aktuell eine Durchschnittsverzinsung von 10,9 Prozent aus. Eine Befragung der Verbraucherzentralen ergab, dass über 90 Prozent der Ratsuchenden in den Schuldnerberatungsstellen ihr Girokonto länger als zwölf Monate überziehen. Vier von zehn Betroffenen sind mit 3.000 Euro und mehr im Minus. Dies belastet die Haushalte mit durchschnittlich 330 Euro im Jahr, legt man den durchschnittlichen Dispo-Zinssatz von elf Prozent zugrunde.

Ratenkredit - günstig und planbar

Bei größerem Finanzbedarf empfehlen sich Ratenkredite. Kreditnehmer profitieren von geringeren Zinsen als beim Dispokredit, von individuell wählbaren Kreditraten und von planbarer Laufzeit. Anders als beim Dispokredit werden beim Ratenkredit Zins und Tilgung bei Vertragsabschluss fest vereinbart. Damit ist im Voraus klar, wie viel man Monat für Monat an die Bank zurückzahlen muss und wie lange die Tilgung dauert. Aus der Addition der einzelnen Raten lassen sich die Gesamtkosten leicht errechnen. Eine Zinsverteuerung aufgrund variabler Zinssätze -; wie sie beim Dispokredit passieren kann - ist ausgeschlossen.

Die Laufzeit des Ratenkredits ist individuell bestimmbar. Wählt man eine kurze Laufzeit, steigt die monatliche Belastung, denn der Kredit muss in kürzerer Zeit zurückgezahlt sein. Bevorzugt man kleine monatliche Raten, kann man eine längere Laufzeit wählen. Wichtig: Kreditnehmer sollten darauf achten, dass die Bank keine Gebühren erhebt und auch keine Restschuldversicherung vorschreibt -; andernfalls verteuert sich der Kredit. Um Kosten zu sparen, empfiehlt es sich, die Konditionen genau zu vergleichen. Die Zinsen für Ratenkredite unterscheiden sich von Bank zu Bank erheblich. Wer einen teuren Kredit wählt, kann fast doppelt so viel zahlen wie mit einem günstigen Darlehen. Einen topaktuellen Zinsüberblick zeigt der Biallo.de-Ratenkredit-Vergleich. Bundesweite Kleinkredite unter fünf Prozent bietet zum Beispiel die Santander Consumer Bank mit 2,99 Prozent, für Beträge über 5.000 Euro verlangt die Bank11 4,44 Prozent, die SKG Bank 4,75 Prozent und die Norisbank 4,90 Prozent Zinsen.

Flexibel bleiben mit einem Abrufkredit

Preiswert an Geld kommen Bankkunden auch mit einem Rahmenkredit. Bei den auch als Abrufkredit bezeichneten Krediten räumt das Geldhaus einen Kreditrahmen ein, über den der Bankkunde beliebig verfügen kann. Die benötigte Kreditsumme wird umgehend auf das Girokonto überwiesen. Die Rückzahlung ist flexibel. Kreditinstitute berechnen entweder nur die fälligen Zinsen oder fordern eine geringe Mindesttilgung von ein oder zwei Prozent des geliehenen Betrags. Sondertilgungen sind jederzeit möglich. Mit durchschnittlichen Effektivzinsen zwischen sechs und acht Prozent sind Rahmenkredite billiger als die Überziehung des Girokontos, kosten aber mehr als günstige Ratenkredite. Ein besonders preiswertes Angebot kommt derzeit von der Bank 11, die für Kredite bis 5.000 Euro nur 4,85 Prozent Zinsen verlangt. Allerdings gilt der Zinssatz nur im ersten Jahr, danach zahlen Bankkunden 7,99 Prozent Effektivzins. Preiswert sind auch die Abrufkredite der PSD Bank Hannover mit 6,65 Prozent und der ING-Diba mit 6,70 Prozent Zinsen.

Tipp:

Die Eröffnung eines Rahmenkredits ist häufig nicht an das Vorhandensein eines Girokontos gebunden, etwa bei der Credite Europe Bank, der Deutschen Bank oder der ING-Diba.

Mehrere Kredite - Finger weg

Die Verbraucherzentralen warnen davor, den Abrufkredit zusätzlich zum Dispo in Anspruch zu nehmen, denn beide Darlehen laufen ohne oder nur mit eingeschränktem Tilgungsplan. Wer sein Girokonto regelmäßig bis zum Anschlag überzieht und zeitgleich Geld beim Rahmenkredit borgt, der läuft Gefahr, in die Schuldenfalle zu geraten. Das gilt vor allem, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt und die variablen Zinssätze von Dispo- und Abrufkredit aufwärts klettern. Besser ist es, nur den zinsgünstigeren Abrufkredit zu nutzen und auf teure Dispozinsen zu verzichten. Ist das Girokonto bereits überzogen, lohnt es sich, die Tilgung zu automatisieren, indem man per Dauerauftrag jeden Monat zumindest einen kleinen Betrag auf das Girokonto überweist. Das sorgt für eine stete Verringerung des Schuldenstandes. Auch das Umschulden des Kontominus in einen preiswerten Ratenkredit spart Zinsen.

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