Krankentagegeldversicherungen: Absichern für längere Krankheit

Von: Oliver Mest, dapd
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Das Schlimmste ist überstande
Wer krank wird, bekommt als Angestellter zunächst weiter Geld vom Arbeitgeber. Foto: stock/Jochen Tack

Berlin. Wer krank wird, bekommt als Angestellter zunächst weiter Geld vom Arbeitgeber. Bis zu sechs Wochen fließt das normale Gehalt dann weiter. Gesetzlich Versicherte erhalten nach dieser Zeit Krankengeld von der Kasse. Anders ist dies bei Selbstständigen und Privatversicherten: Sie müssen sich selbst um die Absicherung eines Krankentagegelds kümmern.

Allerdings sollten auch gesetzlich Versicherte wissen, dass ihr Krankentagegeld der Höhe nach begrenzt ist. Berechnet wird die Zahlung unabhängig vom tatsächlichen Nettogehalt nur auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze. Davon fließen maximal 70 Prozent als Krankengeld, nachdem die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen wurden.

Derzeit liegt der Höchstsatz für Krankentagegeld damit bei rund 2.300 Euro im Monat. Dieser unterliegt noch dem Progressionsvorbehalt, wird also bei anderen Einkünften steuerpflichtig. Hier droht vor allem Gutverdienern eine erhebliche finanzielle Lücke, die über eine private Krankentagegeldversicherung geschlossen werden sollte.

Tagessatz richtig wählen

Entscheidend ist dabei die Höhe des Krankentagegelds. Das monatliche Nettogehalt wird durch 30 geteilt und so der Tagessatz für die Versicherung ermittelt. Davon können gegebenenfalls vorhandene Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Kasse abgezogen werden. Was bleibt, ist der Tagessatz, der versichert werden sollte.

Dabei sollte der Vertrag eine Option vorsehen, die einmal vereinbarten Leistungen während der Laufzeit erhöhen zu können. Denn die heute festgestellte Einkommenslücke bei Krankheit kann in ein paar Jahren schon deutlich größer sein. Und dann sollte die Krankentagegeldversicherung anpassbar sein.

Auf die Bedingungen kommt es an

Um im Ernstfall den Einkommensverlust ausgleichen zu können, brauchen Versicherte eine Krankentagegeldversicherung mit Top-Bedingungen. Entscheidend dabei sind Wartezeitenregelungen: Meist besteht eine Wartezeit von drei Monaten, in denen bei Krankheit kein Krankentagegeld gezahlt wird. Diese Wartezeit beginnt bei vielen Versicherungen aber von vorn zu laufen, wenn der Vertrag ergänzt oder erweitert wird, etwa bei einer Erhöhung des Tagessatzes.

Allerdings gilt die Wartezeit dann nur für den hinzugekommenen Schutz. Gute Tarife sehen allerdings keine Wartezeit bei Unfällen oder bei akuten Infektionskrankheiten vor. Optimal sind daher Krankentagegeldversicherungen, die auf die Einhaltung einer Wartezeit verzichten, wenn sich der Antragsteller ärztlich untersuchen lässt und ein entsprechendes ärztliches Zeugnis vorlegt.

Schutz nicht verwechseln

Verbraucher sollten dabei die wichtige Krankentagegeldversicherung nicht mit der Krankenhaustagegeldversicherung verwechseln. Letztere zahlt einen Tagessatz, wenn der Versicherte in einer Klinik stationär behandelt wird.

Der versicherte Tagessatz liegt hier meist zwischen 10 und 20 Euro und ist damit schon der Höhe nach nicht als Einkommensersatz geeignet. Außerdem wird nur gezahlt, wenn der Versicherte tatsächlich im Krankenhaus liegt. Solange der Kranke zu Hause ist, bekommt er von der Krankenhaustagegeldversicherung keinen Cent. Als Einkommensersatz taugt deshalb nur eine „echte” Krankentagegeldversicherung.

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