Kostenfallen bei Multifunktionsdruckern umgehen: Vor allem Tinte kann teuer werden

Von: Ralph Bauer
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Hamburg. Scanner, Drucker, Fax und Kopierer in einem, das war bis vor wenigen Jahren für Privatanwender viel zu teuer. Inzwischen sind die Multifunktionsgeräte schon für unter 100 Euro zu haben und somit auch für den nicht professionellen Verbrauch erschwinglich.

Doch gerade bei günstigen Angeboten rät Hardware-Experte Tim Gerber von der Zeitschrift „ct” zur Vorsicht.

„Die sind etwas für Wenignutzer und es besteht die Gefahr, dass die Tinte eintrocknet”, sagt der Experte. Die Druckwerke seien bei den Preiseinstiegsmodellen oftmals identisch mit teuren Geräten, nur die Füllmenge unterscheide sich. „Das sind teilweise extrem kleine Patronen. Da können die neuen schon fast so teuer werden wie das komplette Gerät.”

Auch bei den teuren Geräten lohnt sich vor dem Kauf ein genauer Blick. Generell empfiehlt Gerber Modelle mit einzelnen Farbpatronen. Diese hätten den Vorteil, dass die Tinte komplett verbraucht wird und nicht wie bei Kombipatronen teilweise weggeworfen werden muss, weil eine Farbe leer ist.

Ratsam sei auch, sich bereits vor dem Kauf umzusehen, ob es passende Tintenpatronen von Drittherstellern gibt. „Bei denen muss man zwar etwas Abstriche machen, was die Druckqualität angeht, doch dafür sind sie erheblich günstiger”, sagt Gerber.

Um den Gebrauch dieser Patronen zu verhindern, hätten sich viele Hersteller inzwischen jedoch etwas einfallen lassen. „Bei aktuellen Lexmark-Geräten geht das kaum noch, auch bei Brother ist es schwierig.” Lexmark-Geräte zum Beispiel verwendet spezielle Chips gegen die Nutzung von Fremdpatronen. Für Geräte von Hewlett-Packard oder Canon gebe es noch ein weitaus besseres Angebot von No-Name-Tinte.

Kaum eine Rolle bei der Kaufentscheidung sollte nach Überzeugung des Experten die Fotodruckqualität spielen. „Wer schnell einmal ein Foto ausdrucken will, kann das machen. Aber in der Regel sind die Abzüge etwa vom Drogisten günstiger und auch besser”, sagt Gerber.

So könne bei manchen Multifunktionsgeräten ein Abzug der Größe 10 mal 15 schon alleine Tintenkosten von 40 Cent verursachen. Farblaser seien keine echte Alternative. „Die sind zwar deutlich billiger geworden, das zahlt der Kunde aber über höhere Tonerkosten am Ende wieder drauf.”

In der Drucktechnik unterscheiden sich die Geräte unterschiedlicher Hersteller laut Gerber nicht wesentlich. Bei der Scanfunktion aber schon: Technisch sei Epson eindeutig führend vor Canon und „dahinter gibt es zu den anderen Anbietern einen gehörigen Abstand”, sagt Gerber mit Blick auf zahlreiche Produkttests.

Statt eines WIA-Treibers sollte das Gerät auf jeden Fall ein Twain-Modul haben, das beim Scannen deutlich mehr Einstelloptionen liefert. Deutliche Unterschiede gibt es nach Gerbers Erfahrung bei der mitgelieferten Software. „Teilweise gibt es bei den etwas teureren Geräten etwa Texterkennungsprogramme wie Readiris oder Omnipage, die alleine gekauft so teuer wären wie der ganze Multifunktionsdrucker.” Solche Texterkennungsprogramme verwandeln gedruckte Texte in elektronische, die man weiterverarbeiten kann.

Neben den Standardfunktionen gebe es Zusatzfeatures wie WLAN-Fähigkeit oder den e-Print-Dienst bei HP-Geräten. Damit kann der Nutzer Bilder und Dokumente ohne PC via iPhone über eine E-Mail-Adresse ausgeben, hinter welcher der Drucker steckt.

Die Benutzerfreundlichkeit steige vor allem im oberen Preissegment ab 200 Euro durch Touchscreens, sagt Gerber.
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