Kostenfalle Hausratversicherung: Wechseln kann Geld sparen

Von: Oliver Mest, ddp
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Elmshorn. Es ist in Zeiten des Internets und der Vergleichsrechner kaum zu glauben, doch viele Versicherte zahlen zuviel für die Hausratversicherung. Während die einen in einer Großstadt rund 120 Euro für den Schutz ihrer Wohnung zahlen, müssen andere mehr als 300 Euro aufbringen.

Und das bei vergleichbarem Leistungsumfang des Vertrages. Eine überflüssige Mehrausgabe - bei einem günstigeren Vertrag muss niemand auf einen guten Schutz verzichten.

Denn auch günstige Verträge bieten viele Extras. Sie sichern Überspannungsschäden unbegrenzt ab, schützen bei Diebstählen aus Gemeinschaftsräumen oder aus dem Kfz oder auf Reisen. Und auch kundenfreundliche Regelungen bei einem fahrlässig verursachten Schaden sind keine Frage des Policen-Preises.

Eine Untersuchung von „Finanztest” hat gezeigt, dass teure Policen keinesfalls den Rundumschutz bieten, den man eigentlich für den Mehrpreis erwartet. Die Höhe der Versicherungsprämie richtet sich vielmehr nach dem Wohnort. In günstigen Regionen lässt sich eine 100-Quadratmeter-Wohnung schon für rund 60 Euro im Jahr versichern. In großen Städten muss für den Schutz schon einiges mehr hingelegt werden. Knapp über 100 Euro werden dann im Jahr fällig. Günstige Anbieter waren vor allem die Ammerländer Versicherung, Asstel, LBN und die Grundeigentümer Versicherung.

Teurer wird es, wenn Extraleistungen mitversichert werden sollen. So werden Zuschläge fällig, wenn Fahrräder mitversichert werden sollen. Und auch, wenn Hausrat im Auto durch die Versicherung geschützt sein soll, ist mit einem Aufschlag zu rechnen.

Viele Extraleistungen sind jedoch in ihrem Nutzen zweifelhaft - etwa Glasversicherungen. Nur bei großen Glasflächen wie bei einem Wintergarten ist es überlegenswert, diesen Zusatzschutz zu wählen, weil bei einem Schaden hohe Kosten entstehen. Das Ceran-Kochfeld des Herdes dagegen muss nicht versichert werden.

Die meisten Versicherer schlagen bei der Hausratversicherung pro Quadratmeter Wohnfläche eine Versicherungssumme von 650 bis 700 Euro vor. In manchen Fällen ist diese Summe jedoch viel zu hoch. Sinnvoller ist es statt dessen, den Wert des eigenen Hausrats selbst zu überschlagen und sich entsprechend zu versichern. Allerdings muss bei dieser Methode die Versicherungssumme der Hausratversicherung nach teuren Neuanschaffungen angehoben werden - andernfalls droht Unterversicherung. In einem solchen Fall besteht das Risiko, dass der Schaden nur anteilig ersetzt wird.

Wichtig ist ferner auch die richtige Laufzeit des Vertrages. Hausratversicherungen sind typische Ein-Jahres-Verträge - und zwar ohne Wenn und Aber! Natürlich erscheinen Verträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren auf den ersten Blick lukrativ, weil die meisten Versicherer bis zu zehn Prozent Rabatt gewähren. Allerdings ketten Verbraucher sich damit für einige Jahre an einen Anbieter, der vielleicht schon nach zwölf Monaten zu teuer ist oder dessen Leistungen schlechter sind als bei günstigeren Policen.
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