Klug sparen: Vier Regeln für clevere Anleger

Von: Oliver Mest, ddp
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Berlin. Wer sein Geld rentabel anlegen will, der muss nicht nur die richtigen Anlagen wählen, sondern auch ein paar grundsätzliche Regeln beachten.

Zunächst einmal sollten Anlageentscheidungen niemals ohne kompetenten Rat getroffen werden. So wie Kranke zum Arzt gehen oder man mit einem defekten Auto in die Werkstatt fährt, sollte man auch bei Geldfragen oder in Steuersachen Hilfe von Fachleuten suchen. Unabhängige Finanzberater oder steuerlicher Beistand kosten bei Anlageentscheidungen nicht die Welt - ganz im Gegenteil: Die Kosten sind in der Regel nach kürzester Zeit wieder eingespielt.

Regel 2: Jeder Anleger muss Gesetzmäßigkeiten akzeptieren. Rund um das Thema Geld gibt es diese Gesetzmäßigkeiten, die nicht oder nur selten außer Kraft zu setzen sind. So ist der Zinseszins (also regelmäßiges Sparen) der beste Weg, ein Vermögen aufzubauen, weil man irgendwann nicht mehr für sein Geld arbeiten muss, sondern das Geld für sich arbeiten lässt. So ist eine zweistellige Rendite nicht ohne Risiko zu bekommen.

So kostet Beratung Geld und ist nicht gratis zu bekommen, denn niemand arbeitet umsonst. Solche Gesetzmäßigkeiten muss man akzeptieren und sein Handeln danach ausrichten. Anleger vermeiden böse Überraschungen, wenn sie nicht an diejenigen glauben, die ihren Kunden weismachen wollen, die Gesetze beispielsweise mit überzogenen Renditeaussagen („190 Prozent Rendite jährlich ohne Risiko!”) außer Kraft setzen zu können.

Ohne finanzielle Allgemeinbildung wird niemand Anlageerfolg haben - so lautet die dritte Regel. Es ist eigentlich unglaublich, aber in Deutschland verstehen bis zu 50 Prozent ihre eigenen Finanzen oder Teile davon nicht. Sie wissen nicht, wie gut sie wirklich versichert sind, sie setzen auf Anlageinstrumente, die sie nicht verstehen, sie zahlen zu hohe Gebühren, weil sie die marktüblichen gar nicht kennen.

Um das zu ändern, muss man systematisch seine Geldunterlagen durchgehen und sich für jeden einzelnen Vertrag aufschreiben, was man darüber weiß, wo die Probleme liegen und die Vorteile dessen, was man abgeschlossen und unterschrieben hat. Alles, was unklar bleibt, sollte derjenige erklären können, der es verkauft hat. Ansonsten gilt: kündigen und raus damit. Denn was „unerklärlich” bleibt, sollte nicht auch noch Geld kosten.

Die vierte Regel betrifft die Rendite, denn auch für Anleger gilt die hanseatische Kaufmannsweisheit: Der Gewinn liegt im Einkauf. Je günstiger Geldanlagen angeschafft werden, umso höher ist die Rendite später. Wer jeden Monat Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von 6 Prozent kauft, kann sich bei 8 Prozent Wertzuwachs gerade einmal über 2 Prozent Rendite freuen - das ist bestenfalls Sparbuch-Niveau. Wer aber die Fonds bei einem Internet-Broker ohne Aufschlag kauft, der freut sich über 8 Prozent Rendite. Wer über 30 Jahre monatlich 100 Euro ohne Aufschläge spart, kommt dann am Ende auf 140.000 Euro Vermögen - mit Aufschlägen sind es grade einmal 49.000 Euro.
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