Karrieremessen sinnvoll nutzen

Von: Maria Hilt, dapd
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Karrieremessen
Karrieremessen sind wahre Märkte der Möglichkeiten: Auf engstem Raum präsentieren sich dort potenzielle Arbeitgeber der Öffentlichkeit, führen Bewerbungsgespräche im Akkord und buhlen um die spannendsten Kandidaten. Foto: dapd

Kiel/Überlingen. Karrieremessen sind wahre Märkte der Möglichkeiten: Auf engstem Raum präsentieren sich dort potenzielle Arbeitgeber der Öffentlichkeit, führen Bewerbungsgespräche im Akkord und buhlen um die spannendsten Kandidaten.

Nicht nur Berufseinsteiger können bei dieser Gelegenheit etwas für ihre berufliche Zukunft tun: „Solche Jobmessen eignen sich durchaus auch für Berufstätige, die auf der Suche nach einem neuen Karriereweg sind”, sagt Jutta Boenig, Karriereberaterin und Geschäftsführerin von Boenig Beratung in Überlingen.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, sich auf der Messe bereits für konkrete Stellenangebote zu bewerben. „Auf diesen Events sollte man das Ziel verfolgen, Kontakte zu knüpfen und Ansprechpartner für spätere Bewerbungen zu finden”, sagt Karrierecoach Christian Püttjer, Geschäftsführer der Kieler Karriereakademie Püttjer Schnierda. Arbeitssuchende hätten hier die Gelegenheit, durch den persönlichen Kontakt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Zudem bieten Karrieremessen hervorragende Möglichkeiten, das eigene Auftreten zu trainieren”, sagt Püttjer. Beim Gespräch mit den Unternehmensvertretern merke man schnell, wo man noch Lücken hat und in welchem Bereich man sich zukünftig besser vorbereiten muss.

Um zwischen all den verlockenden Angeboten die passenden herauszufiltern, sollten Arbeitssuchende ihren Messebesuch gut vorbereiten. „Auf der Internetseite der Messe werden üblicherweise alle Firmen genannt, die dort einen Stand haben werden. So kann man sich bereits seine persönlichen Zielfirmen aussuchen”, sagt Jutta Boenig. Man sollte genau schauen, welche Unternehmen einen interessieren und wo man gut hinpassen würde. „Idealerweise recherchiert man auch noch ein bisschen etwas über den Hintergrund der Gesprächspartner, die an den Ständen auf einen warten. Manchmal werden schon vorab einzelne Mitarbeiter genannt”, sagt Boenig.

Christian Püttjer empfiehlt außerdem, zur Vorbereitung auf die Messe noch einmal die Networking-Grundlagen zu verinnerlichen. „Auf jeden Fall sollte man eine kurze akustische Visitenkarte vorbereiten - ein bis zwei Sätze, in denen man dem Gegenüber etwas über sich erzählt”, sagt der Karrierecoach.

Gesprächstermine vorab vereinbaren

Jutta Boenig empfiehlt, möglichst schon vor Messebeginn Termine bei einzelnen Unternehmen zu vereinbaren. „Oft sind die Personalverantwortlichen nämlich den ganzen Tag in Gesprächen, und am Stand steht nur ein Aufpasser”, erklärt die Expertin. Falls die Firma vorab keine Termine vergebe, sollte man direkt am Stand einen Zeitpunkt für ein Gespräch ausmachen. Aus diesem Grund sei es auch sinnvoll, sich für den Besuch einer Karrieremesse mehrere Tage Zeit zu nehmen - denn nicht immer bekomme man sofort einen Termin.

Übertreiben muss man es aber auch nicht: „Wer vier, fünf Gespräche an einem Messetag führt, ist schon richtig gut. Der Durchschnitt liegt bei ungefähr zwei Gesprächen”, sagt Boenig. Pro Termin müsse man ungefähr eine halbe Stunde einplanen.

Ist es einem schließlich gelungen, die Aufmerksamkeit eines Unternehmensvertreters zu ergattern, muss es schnell gehen. „Auf solchen Messen haben die Leute nicht viel Zeit. Man sollte genau wissen, was man zu bieten hat, und das kurz und knackig rüberbringen”, sagt Boenig. Sie empfiehlt Bewerbern, zum Messebesuch auch Bewerbungsunterlagen mitzunehmen.

„Am besten erarbeitet man ein abgestimmtes Kurzprofil, in dem man seinen Mehrwert und die wichtigsten Stationen des Lebenslaufs darstellt”, sagt die Karriereexpertin. Christian Püttjer rät, die Gespräche zur Informationsbeschaffung zu nutzen. Beispielsweise könne man das Gegenüber fragen, was die Firma von einem Bewerber erwartet, wer der Ansprechpartner ist und ob sie die Unterlagen lieber online erhalten möchten. „Wenn man möchte, kann man es auch direkt so formulieren: Was muss in meiner Bewerbung drinstehen, damit Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen?”

Ein besonderer Vorteil von Karrieremessen sei, dass die Mitarbeiter, die die Unternehmen präsentieren, auf alle möglichen Bewerberfragen eingestellt seien. „Man hat dort daher beispielsweise auch Gelegenheit, die Leute zu fragen, wie sie den Einstieg in die Branche geschafft haben und was sie an ihrem Beruf spannend finden”, sagt Püttjer.

Die Nacharbeit ist für Besucher einer Karrieremesse genauso wichtig wie die Vorbereitung. „Am besten lässt man sich eine Visitenkarte geben, auf deren Rückseite man anschließend die Tipps des Ansprechpartners notiert”, sagt Püttjer. Jutta Boenig empfiehlt, gleich nach der Heimkehr eine kurze Mail and den Ansprechpartner zu formulieren, in der man sich für das nette Gespräch bedankt. Eine Woche nach der Messe könne man den Gesprächspartner dann noch einmal anrufen und ihn nach letzten Hinweisen fragen, wie man die Bewerbung aufbereiten sollte.
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