Insolvenzgeld sichert volles Gehalt

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
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Berlin. Wenn Unternehmen die fälligen Gehälter nicht mehr zahlen können und einen Insolvenzantrag stellen, haben Arbeitnehmer Anspruch auf Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur.

Das Insolvenzgeld gleicht die Gehaltseinbußen in den letzten drei Monaten vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens aus. Die Arbeitsagentur zahlt auch dann, wenn ein Insolvenzverfahren „mangels Masse” abgewiesen wird oder das Unternehmen seinen Betrieb sofort einstellt.

Anspruch auf Insolvenzgeld haben grundsätzlich alle Beschäftigten. Zu diesen gehören neben den sozialversicherungspflichtig angestellten Arbeitnehmern auch Aushilfen, Minijobber oder bezahlte Praktikanten. Wichtig ist, dass Beschäftigte das Insolvenzgeld innerhalb von zwei Monaten nach einem der genannten Insolvenzereignisse beantragen. Versäumen sie diese Frist, verfällt der Leistungsanspruch. Eine Fristverlängerung gibt es nur dann, wenn Beschäftigte mit Verspätung von der Insolvenz ihres Arbeitgebers erfahren haben.

Grundlage für die Berechnung des Insolvenzgeldes ist der ausstehende Bruttolohn. Von dieser Summe zieht die Arbeitsagentur die fälligen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ab und überweist das verbleibende Nettogehalt an den Arbeitnehmer. Allerdings berücksichtigt die Arbeitsagentur nur einen Bruttolohn bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Arbeitslosenversicherung von derzeit 5400 Euro in West- und 4550 Euro in Ostdeutschland.

Zum Bruttolohn zählen neben dem vertraglich vereinbarten regelmäßigen Entgelt auch die Vergütung für angefallene Überstunden sowie Zulagen, beispielsweise für Nacht-, Feiertags- und Schichtarbeit. Auch Sonderzahlungen des Arbeitgebers, beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld, zählen zum Bruttolohn. Allerdings werden Sonderzahlungen nur dann voll angerechnet, wenn sie der Arbeitgeber während des Insolvenzgeld-Zeitraumes von drei Monaten hätte leisten müssen. Zahlt das Unternehmen beispielsweise Weihnachtsgeld anteilig für jeden Monat aus, werden drei Zwölftel des Weihnachtsgeldes zum Bruttolohn hinzugerechnet.

Gibt es hingegen Weihnachtsgeld an einem Stichtag in voller Höhe, zählt die Sonderzahlung voll. Jedoch gilt das nur dann, wenn der Stichtag im dreimonatigen Insolvenzgeld-Zeitraum liegt. Wenn das Unternehmen üblicherweise am 1. Dezember Weihnachtsgeld zahlt, jedoch am 30. November das Insolvenzverfahren eröffnet wird, gehen Beschäftigte leer aus.
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