Aachen - Immobilienkauf: Hohe Nebenkosten kontern

Immobilienkauf: Hohe Nebenkosten kontern

Von: Max Geißler
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Das Bundesland Schleswig-Holstein will die Grunderwerbsteuer ab kommendem Jahr von derzeit 5,0 Prozent auf 6,5 Prozent steigern. Foto: dpa

Aachen. Das Bundesland Schleswig-Holstein will die Grunderwerbsteuer ab kommendem Jahr von derzeit 5,0 Prozent auf 6,5 Prozent steigern. Erst 2012 hatte die Kieler Landesregierung die Steuer von 3,5 auf 5,0 Prozent angehoben.

Stimmt der Landtag zu, überholt Schleswig-Holstein das Saarland, das den Steuersatz zu Jahresbeginn von 4,5 auf 5,5 Prozent erhöht hat und damit aktueller Spitzenreiter der Grunderwerbsteuer in Deutschland ist. Auch die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen plant, die Grunderwerbsteuer anzuheben -; und zwar von 4,5 auf 5,0 Prozent. Der Erhöhungswettlauf, den sich die Bundesländer seit einiger Zeit liefern, führt zwar zu steigenden Einnahmen in den Landeskassen, gleichzeitig müssen Immobilienkäufer tiefer in die Tasche greifen.

Bis zu 14 Prozent Nebenkosten

Die Auswirkungen zeigt ein Beispiel: Ein Haus in Kiel mit einem Verkaufspreis von 300.000 Euro dürfte künftig statt 15.000 Euro Grunderwerbsteuer 19.500 Euro Kosten. Und das ist längst nicht alles. Neben der Grunderwerbsteuer fallen beim Immobilienkauf Notar- und Grundbuchkosten an sowie bei Erwerb über Makler eine Vermittlungsprovision. Notar- und Grundbuchkosten summieren sich auf 1,5 Prozent des Kaufpreies, die Maklerprovision kann in der Spitze (Berlin-Brandenburg) bis zu sieben Prozent betragen, in Nordrhein-Westfalen liegt sie bei 3,57 Prozent. Unterm Strich addieren sich die Kaufnebenkosten in einigen Bundesländern auf knapp 14 Prozent. Für unser Beispielhaus wären in diesem Fall rund 42.000 Euro an Nebenkosten fällig.

Grunderwerbsteuer drücken

Erste Sparmöglichkeit bietet die Grunderwerbsteuer. Sie erhöht sich um den Preis der Immobilie, wenn Grundstück und Objekt in einem Stück erworben werden. Bei einem Neubau sollten Immobilienkäufer daher möglichst nur das Grundstück kaufen, das Traumhaus lässt man von einer anderen Firma bauen. Vorteil: Das spart nicht nur Grunderwerbsteuer, sondern auch Notar- und Gerichtskosten. Eine weitere Sparmöglichkeit eröffnet sich, wenn man zur Wohnung gehörende Einrichtungsgegenstände (Einbauküche) und teure Einbauten (Bad) über einen separaten Vertrag kauft oder wenn der Erwerber selbst Hand anlegt und Eigenleistungen erbringt. Folge: Der Kaufpreis sinkt und damit die prozentualen Nebenkosten. Auch bei der Maklercourtage sind Einsparungen möglich: So kann man die Immobilie von privat kaufen oder von einem Bauträger erwerben.

Günstiges Immobiliendarlehen wählen

Auch ein preiswerter Baukredit spart Kosten beim Immobilienkauf. Die aktuelle Absenkung des Euro-Leitzinses drückt auf die Hypothekenzinsen und mindert die Kreditrate. Zehnjährige Standarddarlehen sind jetzt bereits ab etwa zwei Prozent Zinsen zu haben, etwa bei der Commerzbank, der Sparda Bank West oder der Volksbank Rhein-Ruhr. Empfehlenswert ist der Abschluss von Kreditverträgen mit möglichst langer Zinsbindung, denn das steigert die Kalkulationssicherheit. Wer sich für eine zwanzigjährige Zinsbindung entscheidet, der erhält laut Baugeldvergleich von biallo.de Hypothekendarlehen für deutlich weniger als drei Prozent Zinsen, zum Beispiel bei der PSD Bank Rhein-Ruhr oder den Versicherern Hannoversche Leben und Ergo Direkt.

 

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