Immobilien: Lage statt Luxus

Von: Max Geißler
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Aachen. Immobilien sind eine beliebte Geldanlage. Käufer sollten sich aber nicht von schönen Äußerlichkeiten blenden lassen. Wichtiger als eine hochwertige Ausstattung sind Lage und Zustand.

Gerade wer erstmals in eine Immobilie investiert, sollte sorgfältig auswählen. Viele Erstkäufer sind unerfahren im Umgang mit Immobilien. Oft hinterfragen sie Kaufpreis und prognostizierte Rendite nicht ausreichend. So ergab eine Umfrage des Immobiliendienstleisters Planet Home, dass 45 Prozent der Immobilienkäufer ihre Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen. Zum Vergleich: Bei der Riester-Rente tun dies hingegen nur zehn Prozent. Wie emotional Menschen bei Immobilien handeln, zeigt die mitunter hohe Entscheidungsgeschwindigkeit beim Objektkauf, sagt Planet-Home-Chef Bernd Klosterkemper. Ohne gründliche Kalkulation passieren rasch Fehler. Während für die selbstgenutzte Immobilie eine hochwertige Ausstattung durchaus eine Rolle spielt, sollten Luxusböden und teure Einbauten bei der Kapitalanlage den Kaufpreis nicht nach oben treiben, so Micheal Balek von der Immobiliengesellschaft Euro Grundinvest. Lage und Zustand des Objekts sind erheblich wichtiger als die Ausstattung.

Auf energetischen Zustand achten

Vorsicht bei älteren Gebäuden: Mehr als 50 Prozent aller Häuser in Deutschland sind älter als 30 Jahre. Durch unzureichende Dämmung gehen rund 40 Prozent des deutschlandweiten CO2-Ausstoßes auf das Konto von Wohnungen und Gebäuden. Experten schätzen, dass in Deutschland pro Jahr mindestens 360.000 Gebäude energetisch saniert werden müssen, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Bei vielen Bestandsobjekten stehen kostenintensive Sanierungen ins Haus, sagt Balek. Heizkosten und Energieeffizienz sind zudem für Mieter von immer größerem Interesse. Schließlich verteuerten sich Strom, Gas, Heizöl und Fernwärme im Jahr 2012 um insgesamt 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so das Statistische Bundesamt.

Wer sein Geld in eine Immobilie anlegen möchte, ist entsprechend gut beraten, auf energieeffiziente Neubauten zu setzen. Zwar sind Neubeuten zumeist teurer, bei Bestandsbauten können jedoch hohe Folgekosten entstehen. Gerade unerfahrene Immobilienkäufer könnten laut Euro Grundinvest den Sanierungsbedarf bei Altbauten kaum realistisch einschätzen. Ein vermeintlich günstiger Kaufpreis kann durch den notwendigen Austausch von Fenstern, Türen und Dämmung nachträglich stark ansteigen -; die erwartete Mietrendite sinkt.

Immobilienfachmann Balek empfiehlt, das Augenmerk auf neu gebaute Gebäude zu richten: Neubauten weisen zwar meist von Anfang an eine niedrigere Rendite auf als Altbauten, bieten aber deutlich mehr Sicherheit. Kapitalanleger sollten die energetische Ausstattung des Objekts hinterfragen und weniger auf Details wie Fußbodenheizung oder teure Armaturen achten. Luxusausstattungen ließen sich nur selten adäquat auf die Miete umlegen, so Balek.

Energetische Sanierung günstig finanzieren

Soll es dennoch ein Altbau sein, können Immobilienkäufer immerhin zu sehr guten Finanzierungsbedingungen energetisch sanieren. Modernisierungsdarlehen sind bereits ab etwas mehr als zwei Prozent Zinsen erhältlich. Bei der staatlichen KfW Bank erhalten Eigentümer Modernisierungsdarlehen ab 1,0 Prozent Sollzins. Bis zu 18.750 Euro Zuschuss bekommen Eigentümer, die komplett sanieren und dadurch ein sehr hohes Energiesparniveau erzielen.

 

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