Immobilien können echte Dauerbrenner sein

Von: Sebastian Schick
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Aachen. Laut einer Studie des Wirtschaftsprofessors Moritz Schularick bieten Immobilien langfristig mehr Rendite als Aktien und Anleihen. „Wohnimmobilien – und nicht etwa Aktien – waren seit 1870 das beste langfristige Investment“, sagt der Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Für seine Studie hat Schularick Daten aus 16 Industrienationen ausgewertet. Die weltweite Preisentwicklung verschiedener Assets von 1870 bis 2015 zeigt: Wohnimmobilien erzielten eine durchschnittliche jährliche Rendite zwischen acht und 8,5 Prozent. Aktien kommen dagegen nur auf sieben bis 7,5 Prozent. Abgeschlagen auf Platz drei landen die Staatsanleihen. Hier liegt die Durchschnittsrendite bei lediglich zwei Prozent.

Auch wenn die Performance der drei Assetklassen in den einzelnen Dekaden und Ländern sehr unterschiedlich ausfällt, kommt der Studienautor zu dem Schluß: „Die Preise für Immobilien haben in den 145 Jahren viel weniger geschwankt. Man bekam also hohe Renditen bei viel weniger Risiko“, so Schularick.

Natürlich muss erwähnt werden, dass sich viele Investoren auch mit Immobilien in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verspekuliert haben. Hier sei zum Beispiel nur an die große Finanzkrise 2008 erinnert, als die US-Bank Lehman Brothers aufgrund der stark fallenden Preise am US-Häusermarkt pleiteging und weitere Geldhäuser weltweit in bedrohliche Schieflage gerieten. Oder hierzulande an den Bauboom nach der Wiedervereinigung, der durch fehlgeleitete Steuerpolitik viele Investoren in den Ruin stürzte.

Über einen langen Betrachtungszeitraum hinweg zeigen sich Immobilien jedoch deutlich schwankungsärmer als Aktien. Das hat mehrere Gründe. In einer Immobilienkrise sinkt die Bereitschaft der Eigentümer, ihr Haus zu verkaufen. Ganz im Gegensatz zu den Aktienmärkten: Gibt es hier einen Crash, schmeißt die Herde ihre Anteilsscheine auf den Markt, der Verkaufsdruck ist also viel größer als bei Immobilien. Zum anderen greife der Staat laut Schularick im Notfall unterstützend ein, wenn eine Immobilienkrise bedrohliche Ausmaße annimmt.

Auf diese Hilfe können Aktienbesitzer nicht hoffen. „Die stabilen Mieteinnahmen scheinen aber der entscheidende Faktor zu sein, dass sich Häuserinvestments so sehr lohnen“, erklärt Schularick gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Auch in Zeiten von Rezessionen blieben die Mieterlöse konstant, zumal dann ja auch weniger gebaut würde.

Die Studie kommt in einer heißen Phase daher: Die Niedrigzinsen befeuern den Bauboom. Bereits jetzt seien Immobilien in manchen deutschen Metropolregionen zehn bis 20 Prozent überbewertet, warnte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch jüngst in einem Interview mit der Zeit. „Wenn die Zinsen wieder steigen, könnten viele Finanzierungsmodelle ins Wanken geraten.“

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