Berlin - Immobilien als Altersvorsorge: Vorsicht vor unseriösen Angeboten

Immobilien als Altersvorsorge: Vorsicht vor unseriösen Angeboten

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Viele Anleger haben in den vergangenen Tagen und Wochen mit Angst auf die Börsen geschaut - vor allem nach der Katastrophe in Japan hat zum Beispiel der DAX deutlich verloren.

Mit festverzinslichen Anlagen lässt sich derzeit auch nur wenig verdienen, Rohstoffe wie Gold gelten als überhitzt. Kein Wunder also, dass der Fokus vieler Anleger auf Immobilien liegt. Findige Verkäufern nutzen das aus. So werden zum Beispiel Eigentumswohnungen als Möglichkeit für eine Zusatzrente im Alter angeboten.

Es ist tatsächlich sinnvoll, mit einer Immobilie für das Alter vorzusorgen. Allerdings sind vermietete Immobilien für manche Menschen der Anfang einer Schuldenkarriere. Die Gründe sind vielfältig. Wer für die Immobilie als Altersvorsorge einen zu hohen Kaufpreis zahlt, wird auf Dauer keinen Überschuss (und damit auch keine zusätzliche Rente) erzielen. Die Immobilie lässt sich dann im Alter auch nicht mit Gewinn verkaufen, weil man sie zu teuer bezahlt hat.

Vorsicht deshalb vor fiesen Tricks - wie zum Beispiel dem Verkauf an Ortsunkundige. Vor allem im Osten Deutschlands werden ganze Stadtviertel immer noch saniert, ohne dass klar ist, ob es für die entstehenden Wohnungen jemals einen Mietermarkt gibt. Wer aber in Köln, Hamburg oder München wohnt, dürfte es schwer haben, die Qualität eines Wohnviertels zu beurteilen.

Das ist der Grund, warum den Verkäufern Käufer am liebsten sind, die weit entfernt wohnen und die Stadt am besten gar nicht kennen. Denn bei denen lassen sich auch Problemstadtteile zu In-Vierteln hochjubeln. Hilfreich ist in diesem Fall der Blick in Internet-Portale. Findet man im angebotenen Stadtteil massig Wohnungen auch in guter Ausstattung, ist davon auszugehen, dass die Wohnungen schwer vermietbar sind. Dann heißt es: Finger weg.

Natürlich ist die Vorstellung toll, die die Werbung meist verspricht: Ohne einen Cent eigenes Geld finanziert man eine Wohnung, die im Alter eine Zusatzrente abwirft. Möglich sollen das Steuervorteile und die Miete der zukünftigen Mieter machen. Tatsache ist: Unseriöse Verkäufer rechnen den Aufwand herunter, „vergessen” beispielsweise ausreichende Instandhaltungsrücklagen und kalkulieren auf der anderen Seite mit viel zu hohen Steuervorteilen, die vor allem Geringverdiener niemals erreichen können.

Geht die Kalkulation nicht auf, kann der Ruin folgen

Die Kosten sind dann tatsächlich weit höher als vor dem Kauf prognostiziert. Fällt dann noch die Miete ausfällt oder geringer als angenommen ist, stehen viele Käufer vor dem Ruin. Die Kostenkalkulationen der Verkäufer sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Ein eigener Berater sollte die Kalkulation unter die Lupe nehmen und auf Seriosität prüfen.

Der Kauf einer Immobilie bringt erhebliche Kosten mit sich. Der Notar muss bezahlt werden, die Grundsteuer und vielleicht auch ein Makler. Aber dazu schlagen unseriöse Verkäufer oft noch unverschämte Nebenkosten und Provisionen auf, die im schlimmsten Fall bis zu 30 Prozent des Kaufpreises ausmachen können. Fatal für die Käufer, weil sie diese 30 Prozent schlichtweg verlieren, denn ihre Wohnung ist tatsächlich 30 Prozent weniger wert als der Kaufpreis. Ein Verkauf mit Gewinn ist da unmöglich.

Eine Wohnung sollte deshalb immer nur gekauft werden, wenn man ein eigenes Gutachten in der Hand hält. Nur so kennt man den wahren Wert der Immobilie und weiß, was man tatsächlich bezahlen sollte. Viele Käufer schrecken wegen der Kosten davor zurück, aber die 500 bis 1.000 Euro sind gut angelegt, wenn damit der reelle Kaufpreis ermittelt werden kann und man überteuerte Immobilien nicht kauft.
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