Immobilie mit Versicherung vor Wind und Wetter schützen

Von: Horst Peter Wickel
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Die eigene Immobilie sollte möglichst gut gegen Unwetter versichert sein. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Aachen. Der Wetterdienst warnt zunehmend vor Extremwetterereignissen, wie Orkan oder Starkregen. Die finanzielle Absicherung gegen Elementarschäden ist aber teurer.

Die finanziellen Schäden durch Unwetter werden immer größer. Aber eine Standard-Wohngebäudeversicherung umfasst normalerweise lediglich Schäden durch Leitungswasser, Sturm, Hagel und Blitzschlag. Erdbeben, Erdrutsch oder -senkung, Lawinen und Schneedruck sowie Überschwemmungen sind in der Regel nicht abgedeckt. Mit einer Versicherung gegen Elementarschäden ist grundsätzlich Versicherungsschutz möglich, wenn ein Gewässer über die Ufer tritt, sich durch Starkregen Wasser staut und Keller überflutet, oder wenn Grundwasser an die Erdoberfläche tritt.

Elementarschutz ist meist möglich

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lassen sich mittlerweile circa 99 Prozent aller Wohngebäude problemlos gegen Elementarschäden versichern. Längst nicht alle Immobilieneigentümer haben eine entsprechende Police.

Nach den Hochwassern in den vergangenen Jahren und wegen der zunehmenden Zahl von Starkregen-Fällen haben viele Versicherer ihre Wohngebäude-Bestände saniert und neu tarifiert. Nach Beobachtungen von Stefan Liebl von der Versicherungskammer Bayern haben sich Elementarschadenversicherungen "durch immer häufigere und heftigere Naturereignisse im Hinblick auf die Risikobewertung und die damit einhergehende Prämienkalkulation stark verändert". Auch Silke Spatz von der Sparkassen-Versicherung berichtet von regelmäßigen Beitragssatzanpassungen aufgrund des hohen Schadenaufkommens.

Erst jüngst überraschte die Ergo-Versicherung die Öffentlichkeit mit einem neuen Angebot für Elementarschadenversicherungen. Auch in hochwassergefährdeten Gebieten will Ergo alle Gebäude versichern, allerdings mit einem Selbstbehalt von mindestens 10.000 Euro. Das heißt, bei Schäden bis zu der vereinbarten Grenze zahlt die Versicherung nichts. Versicherungsberater Thorsten Rudnik aus Henstedt-Ulzburg hält eine solche Selbstbeteiligung für "deutlich zu hoch", nach seiner Ansicht sind maximal 3.000 Euro Selbstbeteiligung "ausreichend".

Das raten Verbraucherschützer

Zwar empfehlen alle Versicherungsexperten und Verbraucherschützer Immobilieneigentümern den Abschluss einer Elementarschadenversicherung, aber sie raten zur genauen Überprüfung der Versicherungsbedingungen. "Beim Rückstau ist auf die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften zu achten. Meist findet man eine Klausel, dass Rückstausicherungen stets funktionsbereit zu halten sind", sagt Rudnik.

Nach seinen Beobachtungen finden sich in manchen Versicherungsbedingungen Klauseln, nach denen versicherte Gegenstände nicht direkt auf dem Kellerfußboden, sondern immer höher, gelagert werden dürfen. Sparkassen-Versicherungs-Sprecherin Spatz bestätigt, dass sich eigene Hochwasserschutzmaßnahmen, wie das Verlagern wertvoller technischer Anlagen aus dem Keller in höher gelegene Etagen, positiv auf die Prämienhöhe und die Höhe des Selbstbehalts auswirken. Spatz erklärt: "Auch Hochwasserschutzmaßnahmen von Kommunen und Kreisen, die sich positiv auf das eigene Haus auswirken, können die Versicherungskosten senken."

Zwar fordern einzelne Politiker und die Verbraucherorganisation Bund der Versicherten eine gesetzliche Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, aber Versicherer befürchten, dass sich dann Gebäudebesitzer sowie Städte und Länder womöglich weniger damit befassen würden, wie sie Risiken vermeiden können, da die Schäden ohnehin mit Policen gedeckt seien.

 

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