HUK Coburg: Zeit der Preissenkungen ist vorbei

Von: dpa
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Kfz-Versicherung
Eine schwere Wahl: Bei der Kfz-Versicherung spielen für den richtigen Tarif viele Details eine Rolle. Foto: dpa

München/Coburg. Die Autofahrer in Deutschland müssen sich tendenziell auf steigende Preise in der Kfz-Versicherung einstellen. „Die Zeit der Preissenkungen ist vorbei”, sagte der Chef der Versicherungsgruppe HUK Coburg, Wolfgang Weiler, am Mittwochabend im Club Wirtschaftspresse München.

Einen starken Anstieg sieht er aber nicht, zumal die Kunden preisbewusster geworden seien. Angesichts des schadenträchtigen Jahres 2010 mit seinem langen Winter reichten die Prämieneinnahmen im Branchenschnitt nicht mehr aus, um die Aufwendungen für Schäden und die Kosten zu decken.

Der Verdrängungswettbewerb in der Branche dürfte in einem gesättigten Markt weitergehen, erwartet Weiler. Etwa ein Dutzend Unternehmen in Deutschland sei so gut aufgestellt, dass sie „noch Luft” hätten, um auf Preiserhöhungen zu verzichten.

Für die HUK Coburg sei das Jahr besser gelaufen als erwartet. Zum Jahresende dürften netto voraussichtlich 300.000 bis 350.000 versicherte Fahrzeuge hinzukommen, im Vorjahr waren es auch dank des Schubes durch die Abwrackprämie netto fast 400.000 neue Verträge. Damit hätte die HUK Coburg zum Jahresende gut 8,6 Millionen Fahrzeuge im Bestand.

Beim Ergebnis dürften sich neben höheren Aufwendungen für Schäden auch die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten bemerkbar machen. Für das operative Ergebnis vor Steuern rechnet Weiler mit einem Rückgang von 470 auf etwa 350 Millionen Euro. Damit würde das Unternehmen aber noch immer über den durchschnittlichen Ergebniserwartungen abschneiden, sagte der Vorstandssprecher.

Seit einiger Zeit liefert sich die HUK Coburg ein Kopf-an-Kopf- Rennen mit Europas größtem Versicherer Allianz um die Marktführerschaft in der Autoversicherung. Die Allianz kam im vergangenen Jahr auf 8,5 Millionen versicherte Fahrzeuge. Während des seit 2004 tobenden Preiskampfes seien die Prämieneinnahmen der Branche in Deutschland von rund 22,5 auf 20 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zurückgegangen, sagte Weiler. Zugleich stieg die Zahl der bundesweit versicherten Fahrzeuge um 4 auf 56 Millionen. „Die Schere ist heftig auseinandergegangen.”

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