Holzdeck ölen und Gullis reinigen: So wird das Haus winterfest

Von: Felix Rehwald, dpa
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Winterfest Wasserhahn Gartenschlauch
Bevor der erste Frost kommt, müssen alle Wasserhähne im Außenbereich entleert sein. Foto: dpa

Berlin. Im Herbst bläst in nördlichen Breitengraden manch heftiger Sturm übers Land. Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre nehmen die Winter an Härte zu. Damit Hausbesitzer sich in bitterkalten Frostnächten keine Sorgen um Haus und Hof machen müssen, sind ein paar Vorkehrungen empfehlenswert.

Schon mit wenigen Handgriffen ist ein Haus sturmfest und frostsicher gemacht:

Dach kontrollieren: Frühjahrsstürme können Schäden an der Dachdeckung verursacht haben, die im Sommer unentdeckt blieben. Möglicherweise haben sich Dachziegel verschoben, so dass kleine Öffnungen entstanden, warnt die Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund in Berlin. Das kann bei heftigen Niederschlägen im Herbst zu Problemen führen. Außerdem könnte eindringendes Wasser im Winter zu Frostschäden führen. Die Experten empfehlen, Dächer im Herbst gegebenenfalls durch einen Fachmann in Augenschein nehmen zu lassen.

Wasserhähne leeren: „Bevor der erste Frost kommt, müssen alle Wasserhähne im Außenbereich entleert und somit frostsicher gemacht werden”, sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Dazu werden die im Haus liegenden Absperrhähne für die Außenwasserleitungen geschlossen. Anschließend öffnet man den Außenhahn und lässt das in der Leitung befindliche Wasser ablaufen.

Dachrinnen säubern: Wenn die meisten Bäume im Garten ihre Blätter verloren haben, ist es an der Zeit, die Dachrinnen zu säubern - „damit Wasser ungehindert abfließen kann und sich im Winter nicht staut”, so Pommer. Sonst könnte es Frostschäden geben. Und wer im Herbst ohnehin schon auf der Leiter steht, um Laub aus den Rinnen zu sammeln, kann bei der Gelegenheit sogennante Laubfreigitter befestigen. Diese Konstruktionen aus dem Baumarkt werden laut Pommer über den Dachrinnen festgeclipst und sollen verhindern, dass Laub hineinfällt. So spart man sich im nächsten Jahr die Kletterpartie.

Holzdeck ölen: Gibt es im Garten ein Holzdeck oder eine Terrasse mit Holzbelag, ist auch hier vor den Wintermonaten eine Reinigung angebracht. In der Regel reichen dazu Wasser und Schrubber aus. Wer dennoch zum Hochdruckreiniger greift, sollte die Düse mindestens 60 Zentimeter vom Holz entfernt halten, rät Pommer. Sonst könnte der hohe Wasserdruck das Holz beschädigen. Um die Holzoberfläche zu schützen, empfiehlt er, sie anschließend einzuölen.

Wege säubern: Im Herbst sind auch die Wege um das Haus zu pflegen. „Wege, die am Haus häufig benutzt werden - also zur Haustür, zur Garage sowie zur Mülltonne oder zum Kompost -, sollten von Laub und Moos befreit werden”, rät Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus in Hamburg. Das bannt die Rutschgefahr und bewahrt Hausbesitzer vor rechtlichem Ärger. Denn ihre Verkehrssicherungspflicht beschränkt sich nicht nur auf das Schneeräumen im Winter. Sie müssen laut Woelk auch dafür sorgen, dass Besucher oder Zusteller auf dem Weg zur Haustür nicht auf herabgefallenen Blättern oder von Moos und Algen glitschigem Pflaster ausrutschen und sich dabei verletzen.

Bei der Kontrolle der Wege werden am besten auch gleich mögliche Unebenheiten beseitigt. Sie stellen nicht nur eine Stolpergefahr dar. Bleibt dort nach Niederschlägen Wasser stehen, bilden sich bei Frost spiegelglatte Flächen - eine tückische Gefahrenquelle, vor allem wenn danach Schnee darauf fällt. Woelk empfiehlt außerdem, die Hausbeleuchtung zu kontrollieren. Insbesondere die Wege müssten gut ausgeleuchtet sein. „Im Rahmen eines Checks kann man auch gleich auf Energiesparlampen umstellen oder einen Bewegungsmelder installieren.”

Räumutensilien bereit legen: Stichwort Verkehrssicherungspflicht: Haus & Grund erinnert daran, dass Hauseigentümer gemäß der Satzung ihrer Gemeinde oder Stadt zum Schneeschippen und Streuen verpflichtet sind. Es kann also nicht schaden, vor dem ersten Wintereinbruch Besen, Schneeschieber und ausreichend Streugut bereitzulegen.

Treppen sichern: Was für Wege gilt, trifft auch auf die Haustreppe zu: Sie sollte sicher sein. Das bedeutet nicht rutschig, mit stabilen Stufen und gut ausgeleuchtet. Eigentümer sollten überlegen, ob sie beim Herbst-Check nicht ein Geländer anbringen, falls es noch nicht vorhanden ist. Das erleichtere älteren Besuchern, ins Haus zu gelangen - selbst bei nur wenigen Stufen.

Gartenmöbel verstauen: Gartenmöbel werden mit milder Seifenlauge abgewaschen, eingepackt und in der Garage oder im Keller verstaut, empfiehlt Pommer. Müssen die Möbel aus Platzgründen draußen stehen, empfiehlt er, eine Schutzplane aus Kunststoff überzuziehen. Gestapelte Möbel sollten nicht auf feuchtem Untergrund stehen.

Wasserschläuche ins Haus räumen: Bewässerungsschläuche, Gartenpumpen oder Beregnungsanlagen sollten nicht im Freien überwintern. Sie vertragen keinen Frost. Pommer empfiehlt, das Wasser ablaufen zu lassen und die Bewässerungsutensilien im Haus zu lagern.

Gullis reinigen: Damit bei starken Niederschlägen im Herbst der Keller nicht vollläuft, säubern Hauseigentümer rechtzeitig den Gulli im Kellerniedergang. Er wird dazu geöffnet. Laub muss entfernt werden, damit der Gulli nicht verstopft. Anschließend einmal mit Leitungswasser durchspülen. Gleiches gilt für Ablaufrinnen zum Beispiel vor dem Garagentor.

Fensterdichtungen pflegen: Festgefrorene Fenster- oder Türdichtungen sorgen bei knackigem Frost schnell für Ärger: Denn wer bei Widerstand rabiat am Fenstergriff zerrt, reißt die Dichtung kaputt. Besser ist es daher, im Herbst alle Fenster im Haus einmal zu öffnen und die Dichtungen zu säubern, erläutert Pommer. Sind Dichtungen bereits beschädigt, werden sie ersetzt. Anschließend reibt man sie mit einem Glycerin-Pflegestift ein, damit das Gummi geschmeidig bleibt. Das verhindert auch, dass das Gummi festfriert.

Kaminofen prüfen: Vor Beginn der Heizperiode gilt dem Kaminofen ein kritischer Blick. Zu prüfen ist Pommer zufolge vor allem, ob er noch richtig zieht. Außerdem sollte man die Brennkammer gründlich reinigen. Und ein Blick in den Schornstein kann auch nicht schaden: Ist er stark verrußt, ruft man besser den Schornsteinfeger, damit dieser ihn reinigt. Schließlich möchte man es - wenn es draußen stürmt und wie aus Eimern regnet - im Haus behaglich warm haben.
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