Gute Gründe für den Abschluss einer Rürup-Rente

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Die Rürup-Rente kommt bei Deutschlands Sparern nicht gut an: Vor allem gelten die gesetzlichen Vorgaben als zu starr, die Rendite überzeugt viele nicht.

Dabei gibt es gute Gründe für den Abschluss einer Rürup-Rente. So mag die Rendite zwar geringer sein als zum Beispiel bei festverzinslichen Anlagen, aber das hat seinen Grund vor allem in der Sicherheit, die das Rürup-Modell bietet. Denn Sparer genießen im Alter die Sicherheit einer lebenslangen Rente. Bei Berechnungen werden die möglichen Renten des Rürup-Modells immer gegen die Erträge der Sparer gestellt, die ihr Geld anlegen und sich selbst eine Rente zahlen. Die ist natürlich höher, deckt aber auch das sogenannte Langlebigkeitsrisiko nicht ab - mit anderen Worten: Wer alt wird, bei dem ist das Kapital irgendwann verbraucht, während Rürup-Sparer bis an ihr Lebensende versorgt sind.

Die Basis-Rentenversicherung nach dem Rürup-Modell können Sparer auch um sinnvollen Schutz ergänzen. Zum einen als Schutz gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit und zum anderen, um die Familie im Falle eines Todes zu versorgen. Das gilt aber nur für den Ehegatten und die Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Wichtig dabei: Mehr als 50 Prozent der Beiträge müssen auf die Altersvorsorge entfallen, nur der Rest darf für die Vorsorge verwendet werden. Ein weiteres Plus der Rürup-Rente: Nach heutigem Recht werden (anders als etwa bei Direktversicherungen) keine Sozialversicherungsbeiträge fällig. Sparer erhalten die Rente also ohne weitere Abzüge. Und angespartes Rürup-Vermögen muss bei Bezug von Arbeitslosengeld II nicht angerechnet werden und bleibt von daher unangetastet. Die Rürup-Rente bleibt also auch in wirtschaftlich schlechteren Zeiten bestehen.

Ein besonderes Plus sind jedoch die steuerlichen Vorteile. Die Beiträge zu einem Rürup-Vertrag sind als Altersvorsorgeaufwendungen absetzbar - wie die Beiträge zur gesetzlichen Rente. Absetzbar sind die Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro, Verheiratete können den doppelten Höchstbetrag in Anspruch nehmen. In 2011 können Rürup-Sparer 72 Prozent dieser Höchstbeträge tatsächlich absetzen, ab 2025 sind es dann 100 Prozent. Ganz wichtig: Seit 2006 können Selbstständige die Beiträge für ihren Rürup-Vertrag auch dann absetzen, wenn Sie noch in den Genuss der Altregelung kommen, der ihnen den Abzug alter Lebens- und Rentenversicherungen nach dem Rechtsstand von 2004 erlaubte. Die Rürup-Rente wirkt sich damit steuerlich immer aus.

Lange Zeit war der Abschluss einer Rürup-Rente nur als klassische Rentenversicherung sinnvoll, jetzt aber sind Rürup-Fondssparpläne auf dem Markt, die das Modell auch für Renditesparer interessant machen. Die Beiträge fließen dann nicht in eine Anlage mit fester Verzinsung, sondern in Investmentfonds. Damit können Sparer die Rürup-Rente auch renditeorientierter abschließen. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für ein Produkt, bei dem der Anbieter bei Rentenbeginn die eingezahlten Beiträge garantiert, sodass Sie auf jeden Fall eine Sicherheitsoption eingebaut haben.
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