Elsmhorn - Grundstock an Policen: Einige Risiken müssen abgesichert werden

Grundstock an Policen: Einige Risiken müssen abgesichert werden

Von: Oliver Mest, ddp
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Per Mausklick zur Altersvorsorge-Police: Experten empfehlen trotz einiger Vorteile zusätzlich eine ausgiebige Beratung. Foto: dpa

Elsmhorn. Es ist nicht immer ganz leicht, den passenden Versicherungsschutz zu finden. Dies gilt vor allem dann, wenn Kunden bei der Auswahl der wichtigen Policen auf Beratung angewiesen sind.

Denn der Versicherungsverkäufer favorisiert in der Regel nicht unbedingt die Policen, die der Kunde auch wirklich braucht. In der Folge wird viel Geld in einen Schutz investiert, der in Wahrheit keiner ist.

So bleibt beispielsweise oftmals das Risiko der Berufsunfähigkeit falsch oder gar nicht versichert. Vertreter verkaufen nicht selten Unfallpolicen als Invaliditätsschutz, obwohl Unfälle in weniger als fünf Prozent aller Fälle die Ursache für Berufsunfähigkeit sind. In den meisten Fällen sind Krankheiten der Grund dafür, dass das Berufsleben frühzeitig beendet ist - und dann helfen Unfallversicherungen wenig.

Das größte Vermögen ist zu 90 Prozent die Arbeitskraft. Und dennoch sind Haus, Wagen oder Wohnung oft besser versichert. Hier hilft nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch möglichst früh abgeschlossen werden sollte. Denn Berufsunfähigkeit kann auch 20-Jährige treffen. Dazu kommt, dass jenseits des 40. Lebensjahrs Berufsunfähigkeitsschutz immer schwerer zu bekommen ist. Denn viele Vorerkrankungen schließen die Versicherbarkeit aus.

Ebenfalls ein Muss ist die private Haftpflichtpolice. Andernfalls haftet Verursacher unbegrenzt bei einem Missgeschick - und dabei ist es gleichgültig, ob eine fremde Vase runterfällt oder ein Verkehrsunfall verursacht wird, der sich als Millionenschaden entpuppt. Schützen gegen die Haftung gibt es nicht - aber eine Versicherung übernimmt die Haftung. Zudem hilft sie, gegebenenfalls unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Dafür sind zumeist schon 50 Euro im Jahr ausreichend. Ganz wichtig. Tierhalter und Liebhaber gefährlicher Hobbys wie etwa Kitesurfen hat oder auch Modellfliegerei brauchen zudem spezielle Haftpflichtpolicen.

Auch die Risikolebensversicherung ist eine Pflicht-Police, wenn eine Familie finanziell versorgt werden muss oder ein Partner wirtschaftlich abhängig ist. Verdient ein Arbeitnehmer heute 5000 Euro brutto, hinterlässt er im Todesfall eine Familie, die mehr als 300.000 Euro benötigt, um den bisherigen Lebensstandard für knapp zehn Jahre annähernd zu halten.

Angesichts dessen ist es sinnvoll, die Versicherungssumme am 5-fachen des aktuellen Jahres-Bruttogehaltes zu orientieren - das dürfte kaum jemanden überfordern, wenn ein reiner Risikoschutz gewählt wird. Doch nicht nur der Hauptverdiener sollte sein Einkommen versichern. Auch die Arbeitskraft eines derzeit nicht arbeitenden Partners muss abgesichert werden. Denn stirbt der Partner, der aktuell die Kinder betreut, dann muss ein Kindermädchen oder eine Tagesmutter einspringen - und diese finanzielle Belastung kann eine Risikolebensversicherung auffangen.

Auch über den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung ist zumindest erwägenswert. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung deckt im Ernstfall kaum alle anfallenden Kosten ab. Damit droht Pflegebedürftigen und ihren Familien ein finanzielles Desaster.

Denn das Finanz-Loch müssen Pflegebedürftige selbst stopfen: Mit ihrer Rente, ihren sonstigen Einkünften und sogar mit ihren Rücklagen oder der eigenen Immobilie. Reicht es dann noch immer nicht, müssen notfalls sogar die Kinder einspringen, weil sie unterhaltsverpflichtet sind.

Hier kommt dann die private Pflegeversicherung ins Spiel, die die tatsächlichen Pflegekosten bezuschusst oder als Tagesgeld zur freien Verfügung ausgezahlt.
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