Großes Angebot, passable Qualität: Internet-Fotodienste

Von: Sascha Rettig, dpa
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Großes Angebot, passable Qualität: Internet-Fotodienste
Mit Online-Fotodiensten können Nutzer Abzüge von ihren digitalen Bildern bestellen. Foto: dpa

München/Berlin. Der gute, alte Fotofilm ist zwar weitgehend von der Digitalfotografie abgelöst worden. Abzüge von Bildern sind aber nach wie vor gefragt. Nutzer können sie bei zahlreichen Anbietern übers Internet bestellen.

Die Qualität ist durchaus ordentlich. Worauf Hobby-Fotografen achten sollten - ein Überblick.

Die simpelste Methode ist, die Bilder auf der Website des Anbieters hochzuladen. „Manchmal geschieht das einzeln, manchmal ist es aber auch möglich, die Fotos zusammengefasst in Ordnern oder in Form von komprimierten ZIP-Dateien hochzuladen”, erklärt Florian Schuster, Chefredakteur der Zeitschrift „Chip Foto-Video digital” in München. Die Optionen zur Bildnachbearbeitung seien dabei allerdings sehr beschränkt.

Anders ist das bei den kostenlosen Programmen der Anbieter, die Nutzer auf dem eigenen Rechner installieren können. „Die Software bietet umfangreichere Funktionen - etwa das Aufhellen von Gegenlichtaufnahmen, Schärfen, Einfärben oder das Wählen des Bildausschnitts”, erläutert Simone Vintz, Projektleiterin für Internet-Dienstleistungen bei der Stiftung Warentest in Berlin.

Außerdem seien die Upload-Möglichkeiten dabei meist komfortabler, da sich die Bilder beispielsweise im Hintergrund hochladen lassen. „Gerade bei mehreren Fotos ist es wichtig, dass man nicht daneben sitzen und warten muss.” Ein Nachteil: Nutzer müssen für jeden einzelnen Dienst eine eigene Software herunterladen und installieren.

Egal für welche Option man sich entscheidet: Der Internetanschluss sollte ausreichend Bandbreite bieten. Wie lange die Datenübertragung dauern kann, zeigt ein Beispiel der Zeitschrift „Computer-Bild”: Das Hochladen von zehn Fotos mit jeweils 1,5 Megabyte ist mit einem DSL-6000-Anschluss in etwa vier Minuten erledigt.

„Wer nur eine langsame Verbindung hat oder nicht so internetkundig ist, kann die Bilder auch auf CD gebrannt einschicken”, sagt Fotoexperte Schuster. „Oder man kann sie auf CD oder Speicherkarte in einer Filiale bei den entsprechenden Handelspartnern bestellen.”

Die meisten Dienste bieten bei den gängigen Kleinformaten eine ordentliche Qualität. „Die geringfügigen Unterschiede sind in der Regel tagesformabhängig”, erklärt Schuster. „Es gibt im Grunde keinen Anbieter, der immer schlechter ist als alle anderen.” Meist landen die Fotos bei einem der vier großen Fotolabore, die auch die Drogerie- oder Elektromarktketten beauftragen. Da der Konkurrenzkampf unter den Laboren groß ist, sind die Preise mit wenigen Cent pro Abzug außerdem relativ günstig.

Viele Fotodienste bieten eine Autokorrektur an. „Das ist in den meisten Fällen eine feine Sache, denn die meisten Bilder werden dadurch knackiger, kontrastreicher und schärfer”, sagt Vintz. „Die Korrektur der roten Augen funktioniert allerdings erstaunlich schlecht.” Falls einem das wichtig ist, sollte man sich selbst darum kümmern - entweder mit der Software der Anbieter oder einem eigenen Bildbearbeitungsprogramm.

Will man bewusst mit Farbtönen und Stimmungen spielen, ist die Autokorrektur allerdings nicht sinnvoll. „Künstlerische Intentionen etwa mit bestimmten Farbabstufungen werden von der Software der Dienste nicht erkannt”, erklärt Schuster. Daher ist es manchmal sinnvoll, auf kleinere, spezialisierte Anbieter zurückzugreifen. „Das betrifft vor allem die Fotografen, die etwas ambitionierter sind, die mit Farben und Stimmungen experimentieren und dementsprechend ein bestimmtes Resultat erzielen wollen.”

Nach der Bestellung dauert es zumeist zwei bis drei Werktage, bis die Abzüge im Briefkasten sind. Wer sie über eines der großen Handelshäuser bestellt, kann sich die Fotos oft direkt in die Filiale liefern lassen.

Nutzer sollten einen Blick in die Datenschutzerklärungen der Foto-Dienste werfen. Diese seien oft dünn, schwammig formuliert oder gar nicht vorhanden, sagt Simone Vintz von der Stiftung Warentest. Ähnlich sei es bei Reklamationen und Stornierungen: „Wenn die Kunden wenig Infos finden, reklamieren sie auch seltener.”
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