Grexit gefährdet nicht deutsche Geldanlagen

Von: Max Geißler und Wolfgang Thomas Walter
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Aachen. Nach dem gescheiterten Schulden-Gipfel steuert Griechenland direkt der Staatspleite entgegen. Deutsche Sparer müssen sich trotzdem nicht um ihre Geldanlagen sorgen.

Die griechische Regierung hat vergangene Woche strenge Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Das war eine Reaktion auf die Entscheidung der EZB, die Nothilfen für griechische Banken zunächst nicht auszuweiten. Banken bleiben eine Woche geschlossen und Abhebungen sind vorerst für Inländer auf 60 Euro pro Tag begrenzt.

Griechenland-Urlauber sind nicht betroffen

Im Ausland ausgestellte Kredit- und Bankkarten sind laut dem Erlass der griechischen Regierung von den Beschränkungen ausgenommen. Für Urlauber gilt diese Regelung nicht, sie können also weiterhin uneingeschränkt Bargeld am Automaten abheben. Auch andere Zahlungsmittel werden uneingeschränkt akzeptiert.

Weitere Verhandlungen nicht ausgeschlossen

Trotz der dramatischen Wendung vom Wochenende gehen viele Ökonomen weiter davon aus, dass es möglicherweise doch noch zu einem Kompromiss zwischen Brüssel und Athen kommen wird. Das würde den Steuerzahler teuer zu stehen kommen -; nicht nur für deutsche. Aber auch ein Grexit ist nicht umsonst. Wichtig ist, die Größenverhältnisse in der richtigen Relation zu betrachten. Außerdem bestehen inzwischen belastbare Sicherungs- und Stabilitätsmechanismen innerhalb der Euro-Zone.

Wie wirkt sich ein möglicher Grexit auf Fest- und Tagesgeld aus?

Sparer brauchen sich dieser Tage keine Sorgen um ihr Erspartes zu machen, Grexit hin oder her. Es gilt weiterhin für Bankeinlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher die europäische Einlagensicherung von 100.000 Euro je Bank und Sparer. Wer über größere Geldbestände verfügt und diese auf Bankkonten lagert, der sollte das Ersparte am besten auf mehrere Banken verteilen. In Ausnahmefällen greift ab 3. Juli sogar ein höherer Schutzumfang: Sollte plötzlich Geld auf ein Konto gelangen, das aus einem Immobilienverkauf oder einer Heirat, Scheidung oder Erbschaft zurückgeht, steigt die Einlagensicherung sechs Monate lang auf bis zu 500.000 Euro.

Lebensversicherung bleiben unberührt

Laut dem führenden US-Ökonomen Robert Shiller haben auch Besitzer von Kapital-Lebensversicherungen wenig Grund zur Sorge, berichtet der Finanzjournalist Markus Neumann. Diese Policen investieren zu über 90 Prozent in Staatsanleihen, würden bei einem Grexit aber nicht in Mitleidenschaft gezogen. Gleiches gelte für Rentenfonds. Zwar können die Anleihekurse kurzeitig stark schwanken, jedoch nicht gänzlich abstürzten.

Anlagemix aus Tagesgeld, Festgeld und Fonds

Letztendlich ist momentan ein Mix aus Festgeld, Tagesgeld und Fonds zu empfehlen. Fondsanteile gehören zum Sondereigentum. Selbst im Falle, dass eine Fondsgesellschaft Konkurs anmeldet, bleiben die Fondsanteile im Besitz des Sparers. Fondskurse, insbesondere von Aktienfonds, können zwar kurzzeitig heftigen Schwankungen unterliegen, ein Totalabsturz wegen Griechenland ist aber nicht zu befürchten.

Tipp:

Wer die Anlagerisiken auf Regionen außerhalb Griechenlands verteilen möchte, sollte auf deutsche- oder internationale Aktienfonds setzen. Risikobewusste Anleger, die einen Grexit und dadurch verbundene schwere Börsenturbulenzen erwarten, können mit Gold und internationalen Rentenfonds gegensteuern. Auf der sicheren Seite sind sie deswegen aber nicht unbedingt. Sollte Griechenland im Euro bleiben, sind für diese Assetklassen Verluste programmiert.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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