Berlin - Goldene Regeln für Versicherte: Alle existenziellen Risiken versichern

Goldene Regeln für Versicherte: Alle existenziellen Risiken versichern

Von: Oliver Mest, dapd
Letzte Aktualisierung:
Versicherung
Richtig versichert zu sein, ist alles andere als kompliziert. Foto: dpa

Berlin. Richtig versichert zu sein, ist alles andere als kompliziert - die folgenden „goldenen Regeln” helfen dabei, sich richtig, umfassend und vor allem preisgünstig zu versichern.

Die wichtigste Regel dabei nennt Bianca Boss vom Bund der Versicherten: „Es gibt keinen Rundum-Schutz für alle Lebenslagen.Wichtig ist, dass alle existenziellen Risiken versichert sind.”

Der Basis-Schutz für die existenziellen Risiken ist ein Muss. „Dazu gehört neben der Kranken- und Kfz-Haftpflicht vor allem die private Haftpflichtversicherung, denn jedem von uns kann im Leben einmal ein teures Missgeschick passieren, für das wir einstehen müssen”, sagt Michael Nischalke von der Stiftung Warentest. Und dabei geht es weniger um den klassischen Rotweinfleck im Tischtuch von Freunden, sondern beispielsweises um Unfälle mit Personenschäden, bei denen schnell ein Schadensvolumen von mehreren 100.000 Euro erreicht wird.

Und auch der eigene Schutz ist Basis-Schutz. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hilft für den Fall, dass man irgendwann vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, eine Krankenversicherung schützt bei teuren Krankheiten, und eine Risiko-Lebensversicherung schützt die Familie oder den Partner bei finanzieller Abhängigkeit.

Vorsicht bei Versicherungspaketen

Versicherungspakete sind wahre Wundertüten: Man weiß eigentlich nie so richtig, was drin ist, aber meistens sind es Dinge, die man gerade nicht braucht. Dabei gilt laut Bianca Boss: „Optimaler Versicherungsschutz ist individueller Versicherungsschutz. Man sollte nur die Verträge abschließen, die man wirklich braucht - entscheidend ist die individuelle Risikoanalyse.” Deshalb sollte beim Paketschutz jede einzelne Versicherung genau unter die Lupe genommen werden: Nur wenn die Bestandteile des Pakets für sich empfehlenswert sind, ist es auch das Paket.

In Deutschland gibt es über 80 Millionen Kapitallebensversicherungen - damit hat statistisch gesehen jeder eine, viele wissen aber gar nicht, was sie da eigentlich abschließen. Wichtig deshalb: „Das Kleingedruckte der Versicherungsverträge sollte man genau durchlesen und sich Fragen auch vom Versicherer am besten schriftlich beantworten lassen - so weiß man, wie gut man wirklich versichert ist”, sagt Versicherungsexperte Nischalke.

Zu einem guten Vertrag gehört zudem, den Risikoschutz zumindest alle paar Jahre einmal auf die Probe zu stellen, um den aktuellen Bedarf zu ermitteln und diesen Bedarf mit den bestehenden Policen abzugleichen. Nur so kann man dauerhaft gut versichert sein.

Skepsis bei Selbstbeteiligung

Vorsicht bei der Selbstbeteiligung - lautet eine weitere Regel, die es zu beachten gilt. Denn an einer Selbstbeteiligung kann man sich schnell die Finger verbrennen. Natürlich kann es sinnvoll sein, bestimmte Schäden erst einmal selbst zu begleichen, bevor die Versicherung einspringen muss.

„Risiko und Ersparnis müssen sich bei einer Selbstbeteiligung schon die Waage halten”, mahnt Expertin Boss. „Sie muss sich vor allem auch rechnen, darf also auf Dauer nicht dazu führen, dass die Kosten für eine Versicherung explodieren.” Dabei gilt als Grundregel: Eine Selbstbeteiligung von mehr als 600 Euro ist unabhängig von der Art der Versicherung meist problematisch.

Laufzeit beachten

Die Regel „Je kürzer, desto besser” sollten Versicherte immer beherzigen. Denn Versicherungsverträge sind nicht per se dafür gemacht, gleich über mehrere Jahre abgeschlossen zu werden. Bei manchen Versicherungen ist es natürlich sinnvoll, dass sie sehr lange laufen - beispielsweise bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn diese Police ist für den Versicherten umso wertvoller, je länger sie läuft.

Aber die Hausratversicherung? „Diese Police kann man jedes Jahr neu abschließen, ohne dass es für den Versicherten Nachteile mit sich bringt. Bei den lang laufenden Verträgen sind die Sparmöglichkeiten gering, dafür bieten Einjahresverträge viel mehr Flexibilität - und das ist auch ein Gut, das sich zu bezahlen lohnt”, lautet die Einschätzung von Michael Nischalke.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert