Getrennte Steuerwege bei Rohstoffinvestments

Getrennte Steuerwege bei Rohstoffinvestments

Von: ddp
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Gold
Bei Anlagen in Edelmetalle und wertvolle Rohstoffe gelten teilweise unterschiedliche Steuersätze. Foto: dpa

<b>Stuttgart (ddp.djn). Bei einem Investment in Gold oder andere Rohstoffe müssen Anleger nicht immer die neuen Regeln der Abgeltungsteuer beachten.

Denn für den Besitz von Barren oder Münzen gilt weiterhin die einjährige Spekulationsfrist und der Gewinn ist anschließend steuerfrei.

Zertifikaten oder Anleihen mit Bezug auf Edelmetalle werden dagegen wie normale Wertpapiere behandelt. Insoweit müssen Anleger also unterschiedliche Vorschriften beachten, sowohl im Gewinn- als auch im Verlustfall, teilte die Kanzlei Ebner Stolz Mönning Bachem aus Stuttgart mit.

Das Finanzamt interessiert sich generell für realisierte Gewinne aus Wertpapieren, während dies bei sonstigen Wirtschaftsgütern wie Goldbarren oder Silbermünzen nur innerhalb der einjährigen Haltefrist der Fall ist.

Doch das erscheint nur auf den ersten Blick einfach, denn es sind viele Besonderheiten im Detail zu beachten. Steuerfreiheit nach einem Jahr bedeutet nämlich auch, dass später realisierte Verluste steuerlich nicht mehr zählen, während das bei einem Minus mit Wertpapieren zeitlich unbegrenzt gelingt.

Beispiel Aktien: Wer jetzt auf Minengesellschaften setzt, muss von seinem Gewinn stets ein Viertel an den Fiskus abgeben. Realisierte Verluste hingegen dürfen nicht mit Kapitaleinnahmen wie Zinsen, Dividenden oder Gewinnen aus anderen Wertpapierarten verrechnet werden. Die Verluste aus entsprechenden Fonds lassen sich dagegen mit allen anderen Kapitaleinnahmen verrechnen. Sofern der Fonds Gewinne einfährt, löst das erst einmal keine Steuer aus. Erst wenn der Sparer seine Anteile verkauft, greift die Abgeltungsteuer auf die aufgelaufenen Gewinne seit dem Kauf zu.

Die gleichen Regeln gelten für Exchange Traded Funds (ETFs), die lediglich geringere Gebühren und keinen Ausgabeaufschlag verlangen. Sie dürfen nur das Kursplus aus anderen Aktien ausgleichen. Etwas anderes gilt beim direkten Erwerb von Goldmünzen oder -barren. Hier findet Ungewissheit die Spekulationsfrist Anwendung und der Kauf ist bei jeder Bank umsatzsteuerfrei möglich.
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