Geringqualifizierte nutzen Bildungsprämie kaum

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
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Weiterbildung / Beratung
Mit der „Bildungsprämie” will der Staat gezielt die Weiterbildung von Menschen mit eher niedrigen Einkommen und - oftmals - niedriger Qualifikation fördern. Anerkannte Beratungsstellen stellen entsprechende Prämiengutscheine aus.

Berlin. Mit der „Bildungsprämie” will der Staat gezielt die Weiterbildung von Menschen mit eher niedrigen Einkommen und - oftmals - niedriger Qualifikation fördern.

Doch gingen nur sieben Prozent der im Jahr 2009 ausgegebenen Prämiengutscheine an Personen, die entweder gar keinen Schulabschluss oder höchstens ein Abgangszeugnis von der Haupt- beziehungsweise Realschule haben, wie aus einer Mitteilung der Bundesregierung hervor geht.

Demgegenüber verfügen 60 Prozent der Gutscheinempfänger über eine berufliche Ausbildung oder das Abitur, weitere 30 Prozent haben bereits eine Meisterprüfung absolviert oder ein Hochschulstudium abgeschlossen.

Bislang wurden seit Start des Programms vor etwa anderthalb Jahren nur 11.970 Prämiengutscheine ausgegeben. Doch nachdem die zu Beginn wenig attraktiven Förderbedingungen verbessert worden seien, würden derzeit wöchentlich über 1000 Gutscheine ausgegeben, so die Bundesregierung.

Damit sollte sich auch das Verhältnis von Werbeausgaben zum Wert der ausgegebenen Gutscheine auf einem vernünftigen Niveau einpendeln. Bislang kostete die Öffentlichkeitsarbeit für die Bildungsprämie knapp 2,3 Millionen Euro, während der Bund für die Prämie selbst rund 3,5 Millionen Euro ausgab.

Die Bildungsprämie von maximal 500 Euro gibt es als Zuschuss zu eigenen Ausgaben in mindestens gleicher Höhe. Außerdem darf das zu versteuernde Jahreseinkommen des Antragstellers nicht über 25.600 Euro (Paare: 51.200 Euro) liegen. Die staatliche Unterstützung können nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige sowie Beschäftigte in Mutterschutz oder Elternzeit bekommen. Arbeitslose und andere Nicht-Erwerbstätige sind von der Bildungsprämie ausgeschlossen.

Anträge auf die Bildungsprämie müssen Interessierte bei anerkannten Beratungsstellen einreichen. Dort wird nicht nur geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind, sondern auch, ob die angestrebte Weiterbildung sinnvoll ist. Ist beides der Fall, stellt der Berater einen Prämiengutschein aus.

Auf dem Gutschein stehen neben dem angestrebten Weiterbildungsziel mindestens drei geeignete Weiterbildungsanbieter. Der Gutschein kann nun bei einem der genannten Bildungsträger eingelöst werden.
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