Geldanlage in Krisenzeiten: Mischfonds sind guter Kompromiss

Von: Oliver Mest, ddp
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Das Geld fest im Blick: In schlechten Zeiten wollen viele Anleger Sicherheit. Foto: ddp

Horst. Das Ziel vieler Anleger lässt sich momentan mit nur einem Wort benennen: Sicherheit. Angesichts des freien Falls vieler Aktienanlagen verständlich. Trotzdem sollte man sich nicht nur auf die geringere Rendite durch festverzinsliche Wertpapiere einlassen.

Einen guten Mix bieten Mischfonds, die aus Aktien und Rentenpapieren bestehen. Wie viel Risiko man dabei eingehen will, kann man selbst bestimmen.

Durch die Kombination von Aktien und festverzinslichen Wertpapieren erhält der Anleger beim Mischfonds die Chance auf eine vergleichsweise gute Rendite. Für jeden Anlegertyp lassen sich dabei auch an das persönliche Risikoverhalten angepasste Fonds finden. Dies wird durch die unterschiedliche Gewichtung von Aktien und Rentenpapieren ermöglicht.

Wenig Risiko bedeutet, dass ein Mischfonds nur wenige Aktien beherbergt und den überwiegenden Anteil in Rentenpapiere investiert. Ein höheres Risiko würde der Anleger wiederum eingehen, wenn er einen offensiveren Mischfonds auswählt, dessen Anteil genau entgegengesetzt ausgerichtet ist.

Viele Mischfonds haben genaue Grenzen für das Mischverhältnis. Grob kann man die Mischfondstypen in drei Kategorien einteilen. Die risikoreichste Gruppe trägt meistens Namen wie Aggressiv, Chance, Dynamik, Growth oder auch Offensiv. Hierbei sind die Aktienquoten bei über 70 Prozent angesiedelt.

Die mittlere Gruppe zeigt sich im Fondsnamen oftmals mit Begriffen wie Balance oder Flexibel. Hier wird im Fondsmanagement auf eine ausgewogene Verteilung der Anteile von Aktien und festverzinslichen Wertpapieren geachtet. Typisch für diese Fonds ist eine mittlere Aktienquote, die je nach Fonds zwischen 30 Prozent und 70 Prozent liegt.

Der dritte Bereich sind konservative Mischfonds, die oftmals unter Bezeichnungen wie Defensiv oder Sicherheit herausgegeben werden. Bei diesen Fonds liegt der Aktienanteil nur bei maximal 30 Prozent. Angesichts der derzeitigen Aktienbaisse sind es deshalb besonders die konservativen Mischfonds, die im Vergleich mit anderen Mischfondsarten momentan am besten abschneiden.

Bezüglich der Fondsgröße bieten sich Mischfonds an, die ein hohes Anlagevolumen besitzen. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten sind ansonsten kleinere Fonds von einer Schließung oder Fusion bedroht, wenn zu viele Anleger ihr Geld plötzlich abziehen. Eine Faustregel hierbei ist, dass Fondsvolumen ab 100 Millionen Euro als krisenfest gelten.

Für den Anleger gilt es, beim Mischfonds besonders darauf zu achten, welche Anlagestrategie im Fondsprospekt beschrieben wird. So erfährt man am besten, nach welchen Gesichtspunkten das Management über den Zeitpunkt der jeweiligen Order von Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren entscheidet. Dieses flexible Moment ist sicherlich der größte Vorteil von einem Mischfonds.

Gerade in Zeiten von großen Börsenschwankungen kann man mit einem Mischfonds bestens reagieren. Fällt die Börse, wird durch den Fondsmanager die Gewichtung von Aktien in festverzinsliche Wertpapiere einfach umgeschichtet. Denn den Fondsgesellschaften ist es ja erlaubt, die Verteilung der angelegten Gelder je nach Marktlage in einem festgelegten Rahmen zu variieren. Für den Anleger ist das Risiko bei einem Mischfonds also geringer, als wenn er in einen reinen Aktienfonds investiert.

Auf der anderen Seite bringt es ihm aber neben den festverzinslichen Wertpapieren, die naturgemäß nur wenig Rendite abwerfen, auch den Vorteil des Aktienbesitzes. Durch diese gesplitteten Renditen ist man bei steigenden Aktienkursen nicht außen vor, sondern durch einen Mischfonds ebenfalls an der dann wieder positiven Entwicklung beteiligt.

Immer häufiger werden Anleger mit sogenannten Target-Fonds konfrontiert. Im Gegensatz zu dem klassischen Modell der Mischfonds besitzen Target-Fonds eine feste Laufzeit. Ihre Anlage richtet sich dabei auf das Resultat zum Laufzeitende aus.

Zu Beginn der Fondslaufzeit investieren Target-Fonds ihr Kapital vorwiegend in risikoreichere Aktien an. Zum Fondsende hin wird die Gewichtung der Fondsinvestitionen dann in risikoärmere Anlagen vorgenommen, also zum Beispiel Staatsanleihen. Dadurch ist die Rendite zum Fondsende eher zu garantieren.

Die Laufzeiten solcher Target-Fonds sind recht unterschiedlich und lassen sich somit sehr gut an die jeweiligen Anlegerbedürfnisse anpassen.
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