Aachen - Gehaltssteigerung erfordert Anpassung

Gehaltssteigerung erfordert Anpassung

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Geld
Kreditverträge sind meist starr oder die Bank berechnet Gebühren oder Zinszuschläge. Foto: Jens Wolf/dpa

Aachen. Beschert die kommende Tarifrunde mehr Gehalt, sollten Sie das Geld nicht einfach verfrühstücken. Effektiv ist die Anpassung der Tilgungsleistung des Baukredits.

Die Höhe der Kreditrate bei der Baufinanzierung richtet sich unter anderem nach dem verfügbaren Einkommen. Je mehr Geld monatlich zur Verfügung steht, desto größer kann die Tilgungsleistung ausfallen. Da Baufinanzierungen häufig über Jahrzehnte laufen, sollten Sie das zur Kredittilgung bereitstehende Einkommen von Zeit zu Zeit überprüfen und die Kreditrate gegebenenfalls anpassen.

Bei einem Jobwechsel und einer deutlichen Verbesserung des Gehalts, denken viele Eigentümer sicher sofort an eine Aufstockung der Kreditrate. Bei den jährlich stattfindenden Tarifrunden wird dies jedoch oft übersehen, schließlich wächst das Einkommen nur marginal.

Nach drei oder vier Tarifrunden kann das verfügbare Einkommen um zehn oder gar zwölf Prozent gewachsen sein. Dann ist eine Anpassung der monatlichen Tilgungsleistung auf jeden Fall ratsam. Bei einem Jahresgehalt von 45.000 Euro entsprechen drei Prozent Gehaltsplus immerhin einem Bruttojahresbetrag von 1.350 Euro.

Selbst wenn nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur die Hälfte des Geldes auf dem Konto ankommt, so hat sich das Nettoeinkommen nach drei gleich hohen Gehaltsrunden um rund 2.000 Euro erhöht. Umsichtige Immobilienbesitzer nutzen den Spielraum und stocken jetzt ihre Tilgung zum Beispiel um 100 Euro monatlich auf. Positive Folge: Laufzeit und Zinslast der Baufinanzierung sinken deutlich ab.

Ein Beispiel: Ein Immobiliendarlehen über 200.000 Euro kostet bei zwei Prozent Sollzins und einer Anfangstilgung von drei Prozent monatlich 833 Euro. Nach 25 Jahren und sechs Monaten ist das Darlehen vollständig getilgt, der gezahlte Zinsanteil beläuft sich auf 55.600 Euro. Erhöhen Sie nach drei Jahren die Tilgung um monatlich 100 Euro, so sinkt die Kreditlaufzeit auf gut 22 Jahre und die insgesamt zu zahlenden Zinsen fallen um 8.000 Euro auf 47.600 Euro.

Damit die Entlastung greift, muss die Baufinanzierung eine Änderung der Tilgungsrate erlauben. Nicht jedes Kreditinstitut bzw. jede Baufinanzierung ermöglicht das. Oft sind die Kreditverträge starr oder die Bank berechnet Gebühren oder Zinszuschläge. Kreditnehmer sollten daher bereits bei Abschluss der Baufinanzierung darauf achten, dass sie den Tilgungssatz während der Zinsbindung ändern können, nach Möglichkeit gebührenfrei.

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