Aachen - Gehaltserhöhung heißt Tilgung anpassen

Gehaltserhöhung heißt Tilgung anpassen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Symbol Geld Haushalt Münzen Symbolfoto: dpa/Tobias Hase
Steht mehr Geld zur Verfügung, sollte die Tilgung von Schulden angepasst werden. Symbolbild: dpa

Aachen. Wer eine Gehaltserhöhung erhält, sollte nicht nur an den Konsum denken. Vielmehr gilt es, die Tilgung des Baudarlehens zu überdenken.

Die Höhe der Kreditrate bei der Baufinanzierung richtet sich vor allem nach dem verfügbaren Einkommen. Je mehr Geld monatlich zur Verfügung steht, desto größer kann das Kreditvolumen ausfallen. Da Baukredite meist Jahrzehnte laufen, sollten Immobilienkäufer das zur Kredittilgung bereitstehende Einkommen von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand stellen und die Kreditrate gegebenenfalls anpassen. Bei einem Jobwechsel und einer deutlichen Verbesserung des Gehalts, denken viele Eigentümer sicher sofort an eine Aufstockung der Kreditrate. Bei den jährlich stattfindenden Tarifrunden wird dies jedoch seltener der Fall sein, schließlich wächst das Einkommen nur marginal. Zwei oder drei Prozent Gehaltssteigerung fallen kaum ins Gewicht.

Selbst geringe Lohnerhöhungen helfen weiter

Doch das täuscht. Nach drei oder vier Tarifrunden kann das verfügbare Einkommen um insgesamt zehn oder zwölf Prozent gewachsen sein. Dann ist eine Anpassung der monatlichen Tilgungsleistung auf jeden Fall ratsam. Bei einem Jahresgehalt von 45.000 Euro entsprechen drei Prozent Gehaltsplus einem Bruttobetrag von 1.350 Euro. Selbst wenn nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur die Hälfte des Geldes auf dem Konto ankommt, so hat sich das Nettoeinkommen nach drei gleich hohen Gehaltsrunden um rund 2.000 Euro erhöht. Umsichtige Immobilienbesitzer nutzen den Spielraum und stocken jetzt ihre Tilgung zum Beispiel um 100 Euro monatlich auf. Positive Folge: Laufzeit und Zinslast der Baufinanzierung sinken deutlich ab.

Beispiel:

Ein Immobiliendarlehen über 200.000 Euro kostet bei zwei Prozent Sollzins und einer Anfangstilgung von drei Prozent monatlich 833 Euro. Nach 25 Jahren und sechs Monaten ist das Darlehen vollständig getilgt, der gezahlte Zinsanteil beläuft sich auf 55.600 Euro. Erhöht der Kreditnehmer nach drei Jahren die Tilgung um monatlich 100 Euro, so sinkt die Kreditlaufzeit auf gut 22 Jahre und die insgesamt zu zahlenden Zinsen fallen um 8.000 Euro auf 47.600 Euro.

Baufinanzierung sollte Änderung der Tilgungsrate zulassen

Damit die Entlastung greift, muss die Baufinanzierung eine Tilgungsänderung erlauben. Nicht jedes Kreditinstitut bzw. jede Baufinanzierung ermöglicht das. Oft sind die Kreditverträge starr oder die Bank berechnet Gebühren oder Zinszuschläge. Kreditnehmer sollten daher bereits bei Abschluss der Baufinanzierung darauf achten, dass sie den Tilgungssatz während der Zinsbindung ändern können, nach Möglichkeit gebührenfrei. Positive Beispiele hierfür sind ING-Diba und Santander Bank. Diese Kreditinstitute erlauben auch bei festgeschriebenen Sollzinsen, die Tilgung während der Laufzeit mehrfach kostenfrei zu ändern.

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