Gegen Skimming am Geldautomaten rütteln

Von: dpa
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Berlin. Um betrügerischen Abbuchungen zu entgehen, sollten Bankkunden an auffälligen Geldautomaten den Rütteltest machen.

Falsche Tastaturen und Kartenschlitze seien „fast immer” mit Klebeband befestigt. Darauf weist der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) in Berlin hin. Schon viele Manipulationen seien durch Kunden aufgedeckt worden, indem diese Hand an auffällige Bauteile gelegt hätten.

Beim sogenannten Skimming werden die Bankdaten des Kunden an manipulierten Geldautomaten ausgelesen. Die Kriminellen installieren einen Kartenleseaufsatz am Automatenschacht und eine kleine Kamera über dem Tastaturfeld, erläutern die Sachverständigen. Oder sie legen eine Aufsatztastatur über das Tastenfeld. So verschaffen sie sich Kontodaten und PIN für Abhebungen.

Ein weiterer Tipp lautet daher, sich am Geldautomaten umzuschauen - die Kamera sitzt laut BVS meist hinter einer Leiste über der Tastatur oder am Prospektständer oder Rauchmelder im Eingangsraum. Kunden sollten aus diesem Grund bei der Eingabe der PIN das Tastenfeld mit der freien Hand verdecken. Vor allem im Auslandsurlaub sei Vorsicht angebracht.

Sicherer seien EC-Karten mit dem neuen, fälschungssicheren EMV-Chip. Viele Banken hätten den goldfarbenen Chip bereits auf ihre Karten gebracht. „Der Chip ist ein kleiner Computer, der aktiv Sicherheitsprogramme ausführen kann”, sagt BVS-Präsident Roland R. Vogel. Vielfach werde allerdings weiter nur der gängige Magnetstreifen verwandt.

Der Verband fordert daher, die hinkende Umstellung auf das EMV-Verfahren zu beschleunigen und die Karten so sicherer zu machen. Handel und Banken wollten ursprünglich bis Mitte 2010 flächendeckend das EMV-Verfahren anbieten. Dieser Zeitplan gilt mittlerweile als nicht mehr haltbar.

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