Fünf Prozent und mehr für Fussball-Fans

Von: Thomas Brummer
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Aachen. Laut einer Umfrage, würde fast jeder Vierte Fussball-Fan dem FC Bayern ihr Erspartes anvertrauen. Doch wie sinnvoll sind diese Fan-Anleihen und was sind die besseren Alternativen dazu?

Eine von Smava durchgeführte Umfrage zeigt, dass die meisten der Befragten dem FC Bayern ihr Geld leihen würden. Auf den darauffolgenden Plätzen liegen Werder Bremen und Borussia Dortmund. Demnach würden 22 Prozent eine Anleihe der Münchner kaufen, 19 Prozent würden ihr Geld in den hohen Norden verleihen, für 14 Prozent ist das Geld in Dortmund am besten aufgehoben. Nur zwei Prozent der Befragten würden dem Hamburger SV eine Anleihe abkaufen, Hannover 96 würde nur jeder Hundertste finanziell zur Seite stehen.

Alexander Artopé, Geschäftsführer und Mitbegründer von Smava erklärt sich die Ergebnisse so: "Ist die Beständigkeit eines Vereins nicht mehr gegeben, wirft das auch einen Schatten auf seine Kreditwürdigkeit. Wenn durch Personalwechsel und Negativberichte in den Medien bekannte Konstanten wegfallen, ziehen die Leute auch ihr Vertrauen ab. Das zeigt sich in den Vertrauensbewertungen für den FC Bayern München und Borussia Dortmund in unserer Umfrage. Davon können dann andere profitieren, wie zum Beispiel der SV Werder Bremen, der Aufsteiger unseres Rankings."

Fünf Prozent und mehr für Fussball-Begeisterte

Acht Prozent der Befragten würden ihr Geld dem 1. FC Köln anvertrauen. Der Club hat tatsächlich eine Fan-Anleihe, die jährlich fünf Prozent ausschüttet. Auf die Erfahrungen mit der 2012 herausgegebenen Anleihe angesprochen antwortet Tobias Kaufmann, Presssprecher des 1. FC Köln, folgendermaßen: "Die Erfahrungen sind extrem positiv, das angestrebte Ziel wurde übertroffen. Zu den Zeichnern gehören mehrheitlich Fans, die für eher kleine Summen gezeichnet haben, es sind aber auch viele Personen darunter, die für erhebliche Summen gezeichnet haben. Die meisten Zeichner erwarten neben der emotionalen Rendite auch eine finanzielle. Und die zahlen wir auch." Selbst für den Abstiegsfall sei die Anleihe gesichert.

Wie ist es mit der Fan-Anleihe bestellt?

Andere Vereine winken ebenfalls mit Verzinsungen jenseits der fünf Prozent, etwa Schalke 04. Ist die Fan-Anleihe eines Fussballclubs also einen Kauf wert? "Konventionellen Anleger würde ich nicht unbedingt zum Kauf raten. Vielmehr sind jene Anleihen was für Fans dieser Clubs. Fußballanleihen sind eher Papiere, die die heimische Wohnzimmerwand zieren, häufig bieten Vereine dafür eigens Schmuckurkunden an. Aber ich will das gar nicht negativ bewerten. Fans erhalten eben dafür eine emotionale Rendite, fühlen sich damit als Teil des Vereins und leisten auch ihren Anteil am Fortbestehen des Clubs. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wie gesagt: Wer beim Thema Fußball emotionslos ist, braucht diese Anleihen nicht", lautet die Antwort von Henning Vöpel, Professor am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Fussball sei einfach mit zu vielen unkalkulierbaren Risiken behaftet. Wer kennt das nicht? Ein Spieler wird teuer eingekauft und enttäuscht auf ganzer Linie oder der Schiedsrichter gibt einen klaren Elfmeter nicht. Vorsicht mit der Fan-Anleihe.

Unser Tipp:

Wer eine ähnlich hohe Rendite wie bei der Fan-Anleihe möchte, kann sich auf solide deutsche Aktienfonds, etwa den DWS Deutschland, konzentrieren. Auch Mischfonds- und Rentenfonds sind lukrativ. Wer dagegen gar kein Risiko eingehen möchte, ist mit Festgeld gut beraten. Die Zwei vor dem Komma bietet mit 2,0 Prozent bei dreijähriger Laufzeit die J&T Banka.

Bei längeren Laufzeiten schraubt sich der Zins auf 2,5 Prozent hinauf. Einlagen beim tschechischen Bankhaus sind gemäß europäischen Standards bis 100.000 Euro je Anleger gesichert. Für ein Jahr gibt es bei der Deniz Bank 1,25 Prozent - bei österreichischer Einlagensicherung. Die französische Renault Bank direkt schreibt den gleichen Zins gut.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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