Führerscheinfalle Weihnachtsmarkt

Von: dapd
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Köln. Wer auf dem Weihnachtsmarkt zu tief ins Glas schaut und danach betrunken Auto fährt, riskiert den Versicherungsschutz in der Kfz-Versicherung.

Die Bedingungen der meisten Versicherer versagen die Erstattung eines Schadens bei Fahruntüchtigkeit wegen Alkohol-, Medikamenten- oder Drogengenusses ganz oder teilweise, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt, worauf die Gothaer Versicherung hinweist. Ob eine solche grobe Fahrlässigkeit vorliegt, richtet sich nach dem Einzelfall.

Bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,1 Promille ist nach allgemeiner Rechtsprechung jedoch davon auszugehen, dass der Fahrer grob fahrlässig handelt, wenn er dann am Straßenverkehr teilnimmt.

Verursachen betrunkene Fahrer einen Unfall, nimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung, die den Schaden des Unfallgegners trägt, Regress beim alkoholisierten Versicherungsnehmer - in der Regel bis zu einem Betrag von 5.00 Euro.

Auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug, für den normalerweise die eigene Kaskoversicherung einspringt, bleibt er sogar komplett sitzen. Bei Promillewerten unterhalb von 1,1 gibt es entsprechend niedrigere Regressforderungen sowie anteilige Abzüge bei der Erstattung von Kaskoschäden.

Betrunkene bleiben übrigens nicht nur auf dem Schaden am Auto sitzen. Auch Unfallversicherungen verweigern bei hohem Blutalkoholwert die Leistung.

Wer beispielsweise mit 2,34 Promille im Blut einen Unfall erleidet, kann nicht mit finanzieller Unterstützung seiner privaten Unfallversicherung rechnen.

Denn eine Blutalkoholkonzentration von 2,34 Promille führt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Dresden (AZ: 4 U 1097/08) bei einem Fußgänger grundsätzlich zu alkoholbedingten Bewusstseinsstörung, die den Versicherungsschutz ausschließt.

In dem Fall war der Mann alkoholisiert eine Treppe hinuntergestürzt. Die Richter sahen dabei die Trunkenheit als mit ursächlich an und gaben der Versicherung, die nicht zahlen wollte, Recht.
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