Frühjahrs-Check am Haus beugt Bauschäden vor

Von: Stephanie Hoenig, dpa
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Bauschäden Haus
Schnee und Eis haben womöglich Dachrinnen und Fallrohre geschädigt: Eine zügige Reparatur beugt Bauschäden vor. Foto: dpa

Berlin. Der harte Winter mit Dauerfrost und Schnee hat auch vielen Häusern zugesetzt. „Aber nicht immer bemerken die Besitzer die Schäden gleich”, warnt die Architektin Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin.

Hausbesitzer sollten deshalb ihr Haus im Frühjahr sorgfältig überprüfen. „Geringe Schäden, die bei einem Check auffallen, sind meist einfach und kostengünstig zu beheben.” Unentdeckt könnten sie jedoch gravierende Bauschäden nach sich ziehen.

Ganz wichtig ist die Inspektion des Daches. „Denn durch Schneelasten, Sturm und Erschütterungen kann es zu Lockerungen der Ziegel am geneigten Dach kommen”, sagt Christian Anders vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Außerdem können Temperaturwechsel die Oberfläche angreifen und zu Schäden an Dachziegeln, Schornsteinanschlüssen oder Dachfenstern führen. Auch Fallrohre und Regenrinnen sollten überprüft werden.

„Mit der Zeit können selbst scheinbar unerhebliche Schäden am Dach immense Folgen haben”, warnt Reinhold-Postina. Denn die Schäden zeigten sich oft erst nach Monaten. Bei einsickerndem Regenwasser durch leicht verschobene Ziegel beispielsweise könne bei Regen langsam Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion eindringen.

Bis dies in ausgebauten Dachgeschossen entdeckt werde, könne es dauern. Die Folge: Die durchnässte Dämmschicht isoliert nicht mehr, und außerdem kann sich Schimmelpilz bilden. Bei Verdacht auf eine Durchfeuchtung der Dämmschicht - etwa wenn es im Innenraum nach Schimmel riecht - könne eine Thermographie-Aufnahme (Wärmebild) Klarheit schaffen.

Ein Augenmerk sollte im Frühjahr auch auf die Außenhaut von Flachdächern gelegt werden. „Besonders wenn im Winter wegen der hohen Schneelasten das Dach geräumt worden ist, sollte die Dachabdichtung überprüft werden”, rät Anders. Denn unsachgemäßes Räumen durch Feuerwehr oder Eigentümer könne die Bitumen-Bahnen auf dem Dach angegriffen haben. Hier müsse gegebenenfalls neu abgedichtet werden.

Auch Fenster müssen gewartet werden. „Fensterputzen im Frühjahr ist eine gute Gelegenheit für eine Inspektion der Fenster”, sagt Ulrich Tschorn vom Verband der Fenster- und Fassadenhersteller in Frankfurt am Main. Der Hausbesitzer sollte prüfen, ob die Scharniere noch gut gehen und ob die Fenster noch fest schließen. Gummilippen sollten beim Putzen auf Verschleiß überprüft und mit Talkum eingerieben werden, damit sie nicht spröde werden. Um bei Holzfenstern im Außenbereich Schäden durch Verfaulen oder Verziehen vorzubeugen, sollte man im Frühjahr den Anstrich kontrollieren und bei Bedarf erneuern.

Schnee, Eis und Wind setzen auch der Fassade zu. „Hausbesitzer sollten schon während der Kälte immer wieder Kontrollgänge ums Haus machen und dabei Schneeverwehungen an Hausecken und Terrassen sowie Balkontüren beseitigen”, rät Reinhold-Postina. Sonst laufe Tauwasser oft durch die Türen ins Haus oder durchfeuchte das Mauerwerk. Risse im Putz, abblätternde Anstriche und hohl klingende Putzflächen sollten in den Sommermonaten repariert werden, ehe sie sich im nächsten Winter zum teuren Bauschaden entwickeln.

Lose Gehwegplatten als Stolperfalle

Lose Gehwegplatten, die nach dem Frost an einer Seite in die Höhe ragen, sind eine erhebliche Stolperfalle. Hausbesitzer sollten diese angesichts ihrer Verkehrssicherungspflicht umgehend reparieren lassen, da sie sonst bei möglichen Unfällen haften. Darauf weist Susanne Woelk von der Aktion Das sichere Haus in Hamburg hin. Auch Reste von Granulat sollten sorgfältig entfernt und als Sondermüll entsorgt werden. Die spitzen Steine machten besonders Hunden zu schaffen.
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